Primag
- DER AKTIONÄR

Erntezeit

Das in Düsseldorf ansässige Immobilienhandelshaus Primag erzielte im Geschäftsjahr 2006/07 bei Erlösen von 6,5 Millionen Euro einen operativen Gewinn von 0,72 Millionen Euro. Für das am 1. April angelaufene Geschäftsjahr 2007/08 peilt Vorstandschef Gerd Esser einen Umsatz von 22 Millionen Euro sowie einen Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro beziehungsweise 0,44 Euro je Aktie an. DER AKTIONÄR hat nachgefragt.

Die Immobiliengesellschaft Primag will ab 2007 die Früchte ihrer Aufbauarbeit ernten. Noch ist die Aktie günstig zu haben.

Das in Düsseldorf ansässige Immobilienhandelshaus Primag erzielte im Geschäftsjahr 2006/07 bei Erlösen von 6,5 Millionen Euro einen operativen Gewinn von 0,72 Millionen Euro. Für das am 1. April angelaufene Geschäftsjahr 2007/08 peilt Vorstandschef Gerd Esser einen Umsatz von 22 Millionen Euro sowie einen Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro beziehungsweise 0,44 Euro je Aktie an. DER AKTIONÄR hat nachgefragt.

DER AKTIONÄR: Herr Esser, beschreiben Sie bitte unseren Lesern die Wettbewerbssituation im Düsseldorfer Raum.

Gerd Esser: Die Situation in Düsseldorf ist grundsätzlich sehr gut. Es werden mit die höchsten Verkaufspreise in Toplagen bundesweit erzielt. Die Eigentumsquote ist mit rund 23 Prozent überdurchschnittlich (gegenüber 43 Prozent im Bundesdurchschnitt) gering. Zudem ist die Landeshauptstadt Düsseldorf ein äußerst attraktiver Wirtschaftsstandort mit vielen, zum großen Teil gut dotierten Arbeitsplätzen. In diesem Markt gibt es natürlich mehrere Immobilienfirmen, aber praktisch keinen Wettbewerber, der sich ähnlich konsequent spezialisiert und fokussiert wie die Primag AG hat.

Warum konzentrieren Sie sich speziell auf dieses Gebiet?

Ich verfüge gemeinsam mit unserem Team über ein exzellentes Netzwerk und langjähriges Know-how. So haben wir einerseits regelmäßigen Kontakt zu allen potentiellen Verkäufern und bekommen viele attraktive Objekte direkt angeboten. Andererseits kennen wir die Wünsche unserer Kunden sehr gut, und kaufen so vertriebsorientiert ein. Schließlich habe ich die Erfahrung aus fast 30 Jahren Immobilienwirtschaft, so dass wir schon bei der ersten Besichtigung eines potenziellen Objektes einen endgültigen Eindruck für das bauordnungstechnisch und gestalterisch Machbare haben.

Was macht Sie so zuversichtlich, dass Sie den Umsatz im laufenden Jahr mehr als verdreifachen erhöhen können?

Zunächst wird das Paketgeschäft für einen entsprechenden Anstieg sorgen. Wir sprechen bereits mit einigen Interessenten, konnten die Gespräche vor dem Bilanzstichtag 31. März 2007 aber noch nicht abschließen. Wir gehen davon aus, bald Vollzug melden zu können. Zudem haben wir den Bereich Neubau in Angriff genommen. Für die ersten Projekte mit einem geplanten Verkaufsvolumen von etwa fünf Millionen Euro sind die Entwicklungsmaßnahmen so gut wie abgeschlossen. Wir werden in Kürze den Vertrieb starten. Auch der Bereich Altbausanierung wird mit einem Umsatzvolumen von rund 17 Millionen Euro gegenüber 6,5 Millionen Euro im Vorjahr deutlich wachsen.

Klingt relativ ambitioniert.

Da wir einen unterjährigen Projektzyklus haben, können wir schon jetzt recht präzise planen, welche Objekte wann fertig gestellt sein werden. So haben wir im Geschäftsbereich Altbau bereits Wohneinheiten im Wert von rund sechs Millionen Euro an unsere Kunden weiterveräußert.

Wie teilen sich Ihre Umsätze auf die einzelnen Teilbereiche auf?

Im vergangen Jahr haben wir die Hauptumsätze noch im Geschäftsfeld Altbausanierung generiert. Wir planen allerdings mittelfristig, den Umsatz zu 30 Prozent im Altbaubereich, zu ebenfalls 30 Prozent im Neubaubereich und zu 40 Prozent in Paketbereich.

Ist die Gewinnprognose von 0,44 Euro je Aktie nicht zu offensiv gewählt?

Wir sind für unsere konservativen Aussagen bekannt. Wenn der Vertrieb wie geplant läuft - und davon gehen wir aus, werden wir dieses Ergebnis erreichen.

Wäre für Primag die Bilanzierung nach IFRS nicht vorteilhafter?

Wir planen im laufenden Geschäftsjahr die Bilanzierung auf IFRS umzustellen. Das hat unter anderem den Effekt, dass für bereits verkaufte Einheiten, die nach HGB erst nach dem Besitzübergang umsatz- und ertragswirksam erfasst werden können, schon zum Bilanzstichtag je nach Grad der Fertigstellung Umsatz und Ertrag anteilig ausgewiesen werden können. Dies ist bei den jetzt veröffentlichten Planzahlen jedoch noch gar nicht berücksichtigt worden.

Wie sehen Sie die Bewertung der Primag-Aktie mit einem KGV von unter 10?

Grundsätzlich möchte ich mich zum Aktienkurs nicht äußern. Die Aktie scheint jedoch aufgrund der operativ ausgezeichneten Entwicklung noch erhebliches Potenzial zu haben.

Vielen Dank für das Interview!

Vor dem Comeback

Nach dem Börsengang im Juli 2006 ist die zu fünf Euro emittierte Primag-Aktie in der Versenkung verschwunden. Inzwischen steigt das Interesse der Anleger wieder, zumal die Bewertung mit einem aktuellen KGV von 9 deutliches Kurspotenzial eröffnet. Gelingt der Sprung über den Widerstand bei 4,35 Euro, gibt auch die Charttechnik grünes Licht für weiter steigende Kurse.

Kursziel für Aktien von Primag: 6,00 Euro. Stopp: 3,10 Euro.

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