PSI AG F.PR.U.SYS.O.N.SVG
- DER AKTIONÄR

Erntezeit 2007

Wer gefallen an Turnaround-Stories findet, sollte sich die PSI-Aktie auf die Watchlist setzen. Nach einschneidenden Sanierungsmaßnahmen steht der Berliner Softwarekonzern PSI vor einem Gewinnsprung. Vorstandssprecher Dr. Harald Schrimpf stand dem AKTIONÄR Rede und Antwort.

Nach einschneidenden Sanierungsmaßnahmen steht der Berliner Softwarekonzern PSI vor einem Gewinnsprung. Vorstandssprecher Dr. Harald Schrimpf stand dem AKTIONÄR Rede und Antwort.

DER AKTIONÄR: Herr Dr. Schrimpf, PSI hat für das dritte Quartal ein positives Konzernergebnis ausgewiesen. Ist die operative Trendwende nun geschafft?

DR. HARALD SCHRIMPF: Nachdem im Sommer 2005 das neue Energiewirtschaftsgesetz in Kraft getreten ist, verzeichnen wir seit Ende letzten Jahres steigende Auftragseingänge. Der positive Effekt auf Umsatz und Ertrag war im dritten Quartal 2006 zu sehen und wird sich in den nächsten Quartalen weiter verstärken.

Wichtigster Umsatzträger ist mit einem Anteil von fast 60 Prozent der Bereich Netzmanagement. Welchen Ergebnisbeitrag erwarten Sie sich aus diesem Segment im kommenden Jahr?

Das Netzmanagement werden wir 2007 stärker bündeln und harmonisieren. Daraus erwarten wir über Jahre kontinuierliche Steigerungen in diesem Segment. 2007 soll dieses Geschäftsfeld ein Betriebsergebnis vor Steuern von 3,2 Millionen Euro erwirtschaften, dies sind allein aus diesem Bereich rund 26 Cent je Aktie.

Wann haben Sie den Geschäftsbereich Produktionsmanagement auf die Ertragsstärke des Netzmanagements gebracht?

Bis 2002 erwirtschaftete das Produktionsmanagement zweistellige Millionenverluste. In der Zwischenzeit haben wir dieses Segment hinsichtlich der Produkte, Prozesse und des Personals völlig neu aufgestellt. Wir setzen auf nachhaltige Ergebnissteigerungen, die aber noch von Investitionen überlagert werden. Im Geschäftsjahr 2005 gelang der Break-even auf EBIT-Basis, dieses Jahr werden wir einige Hunderttausend Euro mehr sehen. Die erreichbare EBIT-Marge in der aktuellen Marktsituation ist knapp zweistellig.

Welche Pläne haben Sie mit dem kleinsten Segment Informationsmanagement?

Dieser Bereich, der 2004 durch einen Gerichtsprozess und ab Mitte 2005 durch die Bundestagswahl Millionenverluste verursacht hat, ist jetzt endlich, nach Reduktion von 80 Prozent der ursprünglichen Fixkosten, profitabel. Da er nicht zum Kerngeschäft gehört, haben wir ihn in eine verkaufbare, neue GmbH verpackt. Den oft gesetzgeberisch verursachten Turbulenzen im Heimatmarkt begegnen wir durch Aufbau des Exports auf jetzt 30 Prozent im Auftragseingang.

Welche Bedeutung hat die Kooperation mit SAP für PSI?

Mit SAP haben wir im Export in den letzten zwei Jahren über zehn Millionen Euro Auftragseingang generiert. Die Partnerschaft mit SAP erfordert aber Investitionen in Technik und unsere Exportorganisation. Dies belastet kurzfristig unser Working Capital und unser Ergebnis, hat aber mittel- und langfristig sehr positive Effekte.

Ist der von Analystenseite für 2007 prognostiziere Gewinnsprung von drei auf 25 Cent je Aktie nicht zu ambitioniert?

Soweit der Gesetzgeber in Deutschland unsere Kunden aus Energie und Industrie nicht unnötig verunsichert – und das sieht im Moment gut aus – ist dieses Ziel realistisch.

Antizyklisch investieren

Wer gefallen an Turnaround-Stories findet, sollte sich die PSI-Aktie auf die Watchlist setzen. Getreu dem Motto „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ zeigt sich die Börse auch nach dem Erreichen des Break-even im dritten Quartal derzeit noch skeptisch. Dies dürfte sich jedoch nachhaltig ändern, sofern der Vorstand 2007 Wort halten kann.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 49/2006.

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| Andreas Deutsch | 0 Kommentare

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