- DER AKTIONÄR

Energie ohne Ende

Der Strom kommt aus der Steckdose. Das ist einfach. Interessant wird es bei der Frage, wie er da hineinkommt. Erzeuger Theolia hat sich auf Erneuerbare Energien verlegt.

Der Strom kommt aus der Steckdose. Das ist einfach. Interessant wird es bei der Frage, wie er da hineinkommt. Erzeuger Theolia hat sich auf Erneuerbare Energien verlegt.

Gegründet 1999 und seit 2002 an der internationalen Börse Euronext gelistet, baut Theolia vor allem auf seine Paradedisziplin Windenergie. Auch in den Segmenten Biogas und Biomasse ist das Unternehmen aus dem südfranzösischen Aix en Provence nahe Marseille aktiv. Der Bereich Solar könnte bald hinzukommen. Die Europäische Union will im Jahr 2010 mindestens 72.000 Megawatt Strom mit Windkraftanlagen erzeugen. Bislang liegt die Produktion bei rund 41.000 Megawatt. Neben Deutschland ist vor allem Frankreich ein rasch wachsender Markt für Windenergie. Bis zum Jahr 2010 will das Nachbarland 10.000 Megawatt produzieren, Deutschland bis 2012 nahezu das dreifache. Ein Markt also mit reichlich Wachstumschancen.

Prall gefüllte Pipeline

Bis Jahresende will Theolina mit 100 Megawatt dabei sein und bis 2010 jedes Jahr weitere 150 Megawatt liefern. Dies entspräche insgesamt einem Gegenwert von rund 450 Millionen Euro – mehr als das doppelte der aktuellen Marktkapitalisierung. Um dies zu erreichen, verfolgt Geschäftsführer Jean-Marie Santander drei Strategien: eigene Windkraftanlagen bauen, schlüsselfertige Windparks kaufen und passende Firmen übernehmen. Jüngster Zukauf von Windanlagen sind drei schlüsselfertige Parks des deutschen Herstellers Prowind. Die größte Firmenübernahme in diesem Segment ist der französische Anlagenbauer Ventura, der reichlich Projekte in die Theolia-Pipeline gespült hat. Zur weiteren Finanzierung hat Santander kürzlich Aktien im Wert von 25 Millionen Euro ausgegeben – Papiere, die dreifach überzeichnet waren, also heiß begehrt. Der niederländische Vermögensverwalter Go Capital steigt mit 30 Millionen Euro ein. Dessen Hedgefonds hat 2005 den EuroHedge-Preis ‚Fonds des Jahres’ erhalten. Kleinere Geschäftsfelder sind die Energiegewinnung aus Biomasse, Biogas und mittels Kraft-Wärme-Kopplung. In Belgien und Deutschland prüft Theolia mehrere Projekte, um diese Quellen stärker zu nutzen. Deutschland lockt vor allem mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das alternative Energiequellen etwa durch attraktive Preisfestlegungen fördert. Gerade hat der Energiespezialist in Belgien die Mehrheitsanteile an dem Heizkraftwerk Energo übernommen, das nun unter Theolia Benelux firmiert. Das Unternehmen erzeugt Strom aus Biogas und Wind und erwirbt damit gleichzeitig ‚Grüne Zertifikate’, die unter anderem in Belgien handelbar sind. Dazu kommt die Strom- und Wärmeproduktion per Kraft-Wärme-Kopplung – die Theolia Benelux zusätzlich ‚Kraft-Wärme-Zertifikate’ einbringen. So verdient der Anbieter an der erzeugten Energiemenge und am Handel mit den Emissions-Zertifikaten. Auch in Richtung Solarenergie streckt Theolia seine Fühler aus, vor allem in Spanien. Chef Santander will technisch gerüstet sein, sollte Frankreich diese Energieform stärker fördern.

Fazit

Theolia wächst in einem zukunftsträchtigen Markt. Das Engagement von Go Capital verschafft dem Small-Cap-Wert extra Vertrauen und Kurspotenzial. Die Aktie ist eine feine spekulative Beimischung im Depot.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV