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EM.TV - Irritierte Anleger

Das Münchener Medienunternehmen übertraf bei der Vorlage der Halbjahreszahlen die eigenen Prognosen, sorgte jedoch mit dem Ausblick auf das Jahresergebnis für Irritationen unter den Anlegern.

Das Münchener Medienunternehmen übertraf bei der Vorlage der Halbjahreszahlen die eigenen Prognosen, sorgte jedoch mit dem Ausblick auf das Jahresergebnis für Irritationen unter den Anlegern.

Von Markus Horntrich

Die EM.TV AG hat in den ersten sechs Monaten sowohl bei Umsatz als auch Gewinn die eigenen Planungen übertroffen. Der Münchener Medienkonzern setzte im saisonal bedingt schwachen ersten Halbjahr 100,4 Millionen Euro um. Das entspricht 5,8 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei fünf Millionen Euro. Zum Vergleich: Das um Sondereffekte bereinigte Halbjahresergebnis des Vorjahres lag bei 1,7 Millionen Euro. Durch die Effekte aus der Abwicklung der Beziehungen zum insolventen Kirch-Konzern (Kirch-Settlement) entstand 2004 ein künstlich hohes EBIT von 49,9 Millionen Euro.

Für das Geschäftsjahr erwartet EM.TV ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich gegenüber 2004 (206,6 Millionen Euro) und bekräftigt somit den Jahresausblick. Das Ergebnis vor Steuern soll im positiven Bereich liegen. Diese Ergebnisprognose steht jedoch unter Vorbehalt, was bei den Anlegern kurzfristig für Verwirrung und bei der Aktie für fallende Kurse sorgte. Mittlerweile konnte sich das Papier wieder erholen. Durch eine mögliche Expansion ins Sportwettengeschäft rechnet Vorstandschef Werner E. Klatten mit Ergebnisbelastungen: Anlaufkosten und notwendige Investitionsausgaben könnten kurzfristig auf das Ergebnis drücken. Genauere Zahlen nannte das Unternehmen jedoch nicht. Analysten gehen davon aus, dass das 2005er-Vorsteuerergebnis bei einem Einstieg ins Wettgeschäft sogar negativ ausfallen könnte. Über den Sportwetteneinstieg will der für die Sportsparte zuständige Vorstand Rainer Hüther in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.

Nachdem zuletzt vor allem das Geschäftsfeld Sport durch den Kauf von DSF und der UEFA-Sportrechte gestärkt wurde, könnten nun Übernahmen oder Kooperationen in der Sparte Kinder- und Jugendfernsehen anstehen. Vorstandschef Klatten schloss jedoch auch einen Verkauf des Geschäftsbereichs nicht aus, wenn der Preis stimmt.

Chancen überwiegen

Mögliche Ergebnisbelastungen aus dem Wettgeschäft räumte Klatten bereits im Rahmen der Hauptversammlung ein. Wesentlich interessanter in diesem Zusammenhang ist die Fantasie, die sich aus diesem Bereich ergibt. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Fußball-WM überwiegen die Chancen klar die Risiken. Aufgrund der saisonal stärkeren zweiten Jahreshälfte (insbesondere im vierten Quartal), sollte die Aktie mit Blick auf das Jahresende zu den Outperformern gehören. Das aktuelle Kursniveau bietet noch einmal eine günstige Einstiegsgelegenheit.

 

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