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Elkedra: Heiß auf Diamanten

Die globale Diamantenförderung ist rückläufig, die Nachfrage steigt dagegen stetig. Zu den Profiteuren zählt das Unternehmen Elkedra, das ab 2006 Diamanten für den Weltmarkt liefern wird.

Die globale Diamantenförderung ist rückläufig, die Nachfrage steigt dagegen stetig. Zu den Profiteuren zählt das Unternehmen Elkedra, das ab 2006 Diamanten für den Weltmarkt liefern wird.

Von Olaf Hordenbach

Wann der erste Mensch einen Diamanten aus der Erde geborgen hat, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. auf dem indischen Subkontinent kräftig mit den funkelnden Steinen gehandelt wurde. Der Name "Diamant" geht auf das Griechische "adamas" zurück, was "der Unbezwingbare" heißt. Und dieser Name ist zutreffend, denn Diamanten bestehen aus reinem, kristallinem Kohlenstoff. Die extrem enge Anordnung der Kohlenstoffatome machen den Diamanten sehr hart und unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Die Kristallstruktur ist auch der Grund dafür, dass einfallendes Licht optimal in die Spektralfarben aufgebrochen wird.

Geburtsstunde des Diamanten

Diamanten entstehen, wenn sich in der Erdkruste in Tiefen von 300 Kilometern und mehr Kohlenstoff unter extrem hohem Druck - man geht von mindestens 40.000 Bar aus - und einer Hitze von über 1.000 Grad Celsius zuerst verbindet, dann in einem bestimmten Zeitraum abkühlt und schließlich kristallisiert. So was kann in der Regel nur in einem Vulkan passieren. An die Erdoberfläche kommen die Diamanten nur, wenn sie bei Vulkanausbrüchen mitgerissen werden. Damit ist die Zahl der weltweiten Diamantlagerstätten, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausbeutbar sind, überschaubar. Wichtige Vorkommen liegen im südlichen Afrika, Brasilien, Indien, China, Sibirien, Australien und Nordamerika.

De Beers dominiert das Geschäft

Der weltweit bedeutendste Diamantenproduzent ist der Konzern De Beers, der 1880 vom späteren südafrikanischen Premierminister Cecil Rhodes gegründet und schließlich 2001 von einem Konsortium, in dem unter anderem das britisch-südafrikanische Unternehmen Anglo American vertreten ist, übernommen wurde. De Beers wird 2005 mit einer Produktion von geschätzten 50 Millionen Karat rund 30 Prozent der globalen Diamantenförderung tragen. Von diesen 50 Millionen Karat dürften 33 Millionen Karat aus Botswana, 15 Millionen Karat aus Südafrika und zwei Millionen Karat aus Namibia stammen.

Elkedra steigt ins Geschäft ein

Neben De Beers wird auch bald das Unternehmen Elkedra Diamonds Diamanten fördern, allerdings in einem wesentlich kleineren Umfang. Elkedra entwickelt in Brasilien das Chapada-Alluvial-Diamantenprojekt, das Anfang 2006 in Produktion gehen soll. Anfänglich peilt das Management eine Förderung von 30.000 Karat an. Bis 2008 will man dann den Abbau auf bis zu 90.000 Karat im Jahr steigern. Die veröffentlichten Reserven belaufen sich auf 285.000 Karat. Allerdings hat Elkedra bisher nur zehn Prozent des potenziellen Minengebietes auf Diamantenvorkommen hin untersucht, so dass mit einer sukzessiven Ausweitung der Reserven gerechnet werden kann. Ein weiteres Diamantenprojekt treibt Elkedra in Zentralaustralien voran. Im Georgina Basin wurden bereits große Diamantenvorkommen entdeckt.

Starker Partner

Bedeutend ist, dass Elkedra einen Vertrag mit dem Diamantenhändler LLD Diamonds abschließen konnte. Die Gesellschaft gehört zur israelischen Leview Diamond Group, die vom Geschäftsmann Lev Leview geleitet wird.

Nach De Beers ist Leview Diamond mit einem Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Dollar der zweitgrößte Diamantenverarbeiter und -händler. Die Zusammenarbeit mit Leview ist für Elkedra deshalb so wichtig, da der Diamantenmarkt nicht wie bei anderen Rohstoffen üblich einer freien Preisbildung unterliegt. Die Preise werden weitestgehend von De Beers vorgegeben. Diamantenförderer wie Elkedra brauchen hier einen starken Partner, um ihre Produktion sicher absetzen zu können.

Analysten sind beeindruckt

Das Entwicklungspotenzial von Elkedra wurde bis dato nur von wenigen Analysten entdeckt, diese zeigten sich allerdings beeindruckt. So stufte Jonathan Battershill, Analyst bei Hartleys, die Papiere am 16. Juni 2005 mit "buy" ein und gab einen fairen Wert von 0,54 Australische Dollar aus. Im Vergleich zum damaligen Kurs bedeutete dies einen Aufschlag von 45 Prozent.

Obwohl die Aktien seit der Kaufempfehlung von Battershill ordentlich zulegen konnten, sind sie immer noch günstig bewertet. Auf Basis des aktuellen Kurses und einem unterstellten Gewinn von 3,2 Australische Cent je Aktie im Geschäftsjahr 2006 errechnet sich ein KGV von 13. Für das darauf folgende Jahr sieht die Rechnung noch attraktiver aus: Bei einem geschätzten Gewinn von 8,5 Australische Cent liegt für das Geschäftsjahr 2007 ein KGV von 5 vor.

Auf Elkedra setzen

Der Preis für Diamanten wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Mit Elkedra setzen Anleger auf ein noch unbekanntes Unternehmen, das ab 2006 Diamanten fördern wird. Die Aktien der Gesellschaft sind zudem niedrig bewertet.

Artikel aus DER AKTIONÄR (46/05).

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