DAIDO STEEL
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Langsam, aber sicher – so könnte das Motto von Japans Wirtschaftsentwicklung lauten. Die Belebung der Konjunktur setzt sich fort, wenn auch die Deflationsgefahr noch nicht ganz gebannt ist. Seit mehreren Jahren verzeichnet das Land wieder Wachstumsraten von mehr als zwei Prozent pro Jahr. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig und der Export legt kräftig zu, insbesondere in die Boomregionen Asiens.

Japans Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs. Zudem sorgt ein neues Übernahmegesetz für Extra-Kursfantasie.

Langsam, aber sicher – so könnte das Motto von Japans Wirtschaftsentwicklung lauten. Die Belebung der Konjunktur setzt sich fort, wenn auch die Deflationsgefahr noch nicht ganz gebannt ist. Seit mehreren Jahren verzeichnet das Land wieder Wachstumsraten von mehr als zwei Prozent pro Jahr. Die Arbeitslosenzahlen sind niedrig und der Export legt kräftig zu, insbesondere in die Boomregionen Asiens. So ist zum Beispiel der einstige Erzfeind China heute Japans Exportland Nummer 1. Der niedrige Wechselkurs des Yen zum Euro und zum Dollar lässt die Ausfuhr ebenfalls sprudeln.

Auch die Börse hält sich wacker. So hat etwa der Nikkei-Index im Februar erstmals seit rund sieben Jahren wieder die 18.000-Punkte-Marke geknackt.Ein Motor sind Rekordgewinne, die zahlreiche Unternehmen verbuchen. Nun entfacht ein neues Übernahmegesetz zusätzlich Kursfantasie: Seit dem 1. Mai können ausländische Gesellschaften, die Niederlassungen in Japan haben, unter bestimmten Bedingungen japanische Firmen übernehmen. Über sogenannte Dreieckskäufe können die Zweigstellen die Mehrheitsbeteiligungen oder Übernahmen mit Aktien ihres Mutterhauses finanzieren – bislang ein Novum in Japan. Keine Frage, dass dies für die Aktien japanischer Firmen im Visier ausländischer Interessenten wie ein Extra-Aufschlag wirkt, sehr zur Freude der Anleger.

Heiß diskutierter Finanzsektor

Zu den derzeit heiß diskutierten Kandidaten zählen insbesondere Unternehmen aus dem Finanzsektor – zum Beispiel für Konzerne, die ihr Auslandsgeschäft etwa im Endkundenbereich gezielt ausbauen wollen. Als besonders attraktiv erweist sich dabei die Sumitomo Mitsui Financial Group. Das Unternehmen ist das nach Marktkapitalisierung kleinste der drei Top-Finanzhäuser Japans, womit eine Mehrheitsbeteiligung in dieser Zielgruppe am leichtesten zu stemmen wäre. Zudem trauen Analysten dem Kandidaten für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2008 nach einem schwächeren Vorjahr mit das stärkste Kurspotenzial zu. Bis zum Jahr 2010 rechnet Sumitomo Mitsui Financial mit einer Eigenkapitalrendite von 10 bis 15 Prozent pro Jahr.

Furcht vor Invasion

Der Stahlkonzern Daido Steel hat nun begonnen, sich gegen eine mögliche Übernahme durch ausländische Interessenten zu wappnen. Laut dem Autobauer Suzuki Motor hat Daido Steel vor Kurzem dort angeklopft, ob der Konzern Anteile an dem Stahlproduzenten übernimmt. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll Daido Steel auch bei Toyota, Honda und Fuji Heavy Industries angefragt haben. Die vier Autobauer zusammen sollen demnach eine 10-prozentige Beteiligung aufbauen. Die Berichte haben die Kursfantasie bereits befeuert: Die Daido-Aktie ist auf einen Schlag um rund acht Prozent hochgeschnellt. Ähnlich wie Sumitomo Mitsui dürfte Daido Steel nach einem enttäuschenden Vorjahr im laufenden Fiskaljahr wieder deutlich zulegen. Bis Ende März 2008 erwartet der Anbieter ein Umsatzplus von nahezu 15 Prozent auf umgerechnet 3,4 Milliarden Euro und einen Zuwachs beim operativen Gewinn von etwa zwölf Prozent auf gut 195 Millionen Euro. Zudem ist der Konzern unter den in Deutschland handelbaren japanischen Stahlwerten mit einem aktuell geschätzten 2008er-KGV von 12 mit am günstigsten bewertet.

Kursfantasie mitnehmen

Das neue Übernahmegesetz ist ein Novum in Japan und dürfte in den kommenden Jahren ordentlich Kapital ins Land locken – wobei die Aktien gefragter japanischer Unternehmen einen Extraschuss Kursfantasie erhalten. Zum Kandidatenkreis zählen auch Schwergewichte wie die Sumitomo Mitsui Financial Group und das kleinere Daido Steel. Das Stahlunternehmen weist zudem unter den in Deutschland handelbaren Titeln der Branche eine der günstigsten Bewertungen auf.

Kursziel bei Daido Steel: 6,20 Euro. Stopp: 3,85 Euro.

Kursziel bei Sumitomo Mitsui: 8.390,00 Euro. Stopp: 5.600,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 21/2007.

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