Isilon Systems
- DER AKTIONÄR

Einstand nach Maß

Da werden Erinnerungen an die IPO-Hysterie Ende der 90er-Jahre wach: Damals ließen sich besonders mit Neuemissionenvon Technologiefirmen in allerkürzester Zeit atemberaubende Gewinne erzielen. Kurssprünge von mehreren Hundert Prozent allein am ersten Handelstag waren keine Seltenheit und zogen deshalb die Investoren in Scharen an. Nach einigen ruhigen Jahren am Markt für Neuemissionen kommt jetzt wieder Leben in die Bude.

80 Prozent Kursgewinn am ersten Handelstag katapultieren den Speicherspezialisten Isilon auf den dritten Platz der besten US-Neuemissionen. Was taugt die Aktie?

Da werden Erinnerungen an die IPO-Hysterie Ende der 90er-Jahre wach: Damals ließen sich besonders mit Neuemissionenvon Technologiefirmen in allerkürzester Zeit atemberaubende Gewinne erzielen. Kurssprünge von mehreren Hundert Prozent allein am ersten Handelstag waren keine Seltenheit und zogen deshalb die Investoren in Scharen an. Nach einigen ruhigen Jahren am Markt für Neuemissionen kommt jetzt wieder Leben in die Bude. Jüngster Beweis ist der mehrfach überzeichnete Börsengang von Isilon, einem Entwickler von Speichertechnologien. Die Aktie stieg zum Debüt gegenüber dem Emissionspreis von 13 auf 22,85 Dollar – ein strammes Plus von 76 Prozent.

Gewinne verteidigt

Die Wall Street ist sich momentan wohl recht sicher, dass der Kursaufschlag gerechtfertigt war, denn selbst nach den ersten beiden Handelswochen notieren die Aktien noch stabil, von Abgabedruck keine Spur. Das könnte vor allem am einzigartigen Geschäftsmodell von Isilon liegen. Denn der Konzern bietet nicht einfach Speicherlösungen à la EMC an, sondern hat sich auf digitale Inhalte wie Fotos und Videostreams spezialisiert. Diese Sparte bietet Isilon zunächst einmal den Vorteil höherer Markteintrittsbarrieren, da die Kunden, darunter der Fotoriese Kodak und der Medienkonzern Comcast, maßgeschneiderte Produkte benötigen. Darüber hinaus sehen Marktforscher bei digitalen Speichertechnologien für die kommenden drei Jahre jährlich annähernd dreistellige Wachstumsraten voraus.

Gewinne voraus

Isilon wirtschaftet bislang nicht profitabel, der Sprung in die Gewinnzone sollte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen. Das Umsatzwachstum ist schon jetzt beeindruckend. In den ersten sechs Monaten 2006 stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 245 Prozent auf 23,8 Millionen Dollar. Aus Sicht der Anleger besonders erfreulich: Der Anteil des internationalen Geschäfts am Gesamtumsatz erhöhte sich in der Periode um 50 Prozent auf 21 Prozentpunkte. Einziger Makel bislang: Die beiden größten Einzelkunden, Kodak und Comcast, machen rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das sehen Anleger in aller Regel nicht so gern. Die Quote dürfte aber mittelfristig sinken, da Isilon bei den Neukunden ebenfalls stark wächst. Zum Ende des ersten Halbjahres setzten bereits 200 Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen auf Produkte von Isilon.

Neuemission mit Pep

Isilon dürfte allen Tech-Investoren das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Das Unternehmen ist in einem zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt tätig, verfügt über erstklassige Kunden und produziert hohe Zuwachsraten. Wenn das Unternehmen seine stürmische Entwicklung in den kommenden Quartalen fortsetzen kann, dürfte das angepeilte Kursziel schnell erreicht werden.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 02/2007.

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