- DER AKTIONÄR

Eine saubere Sache

BWT bringt im Oktober seine Industriesparte an die Börse. Für Anleger eine gute Chance, gleich von zwei Wachstumsstorys zu profitieren.

BWT bringt im Oktober seine Industriesparte an die Börse. Für Anleger eine gute Chance, gleich von zwei Wachstumsstorys zu profitieren.

Von Anja Weingran

Die Erde ist zu 70 Prozent von Wasser bedeckt. Gerade drei Prozent davon sind Süßwasser und wären damit für die globale Trinkwasserversorgung nutzbar. Zwei Drittel der weltweiten Süßwasservorkommen sind jedoch im Polareis gebunden. Hinzu kommt, dass von dem einen Prozent nutzbarem Trinkwasser der größte Teil verschmutzt ist. Wird die demographische Entwicklung in dem bisherigen Tempo fortfahren, hat spätestens in 30 bis 50 Jahren die halbe Weltbevölkerung mit einem ernsthaften Wasserproblem zu kämpfen. Eine Lösung ist die Trinkwasseraufbereitung. Die österreichische Best Water Technologies, kurz BWT, ist Spezialist dafür. Durch den Einsatz von so genannten Nanofiltrationssystemen kann sie selbst das dreckigste Wasser reinigen und kleinste Organismen herausfischen.

Interessante Tochter

Derzeit besteht die Best Water Technologies noch aus drei Geschäftsfeldern. Noch, weil bereits in diesem Monat die Industriesparte AST unter dem Namen Christ Water Technologies (CWT) an die Wiener Börse gebracht werden soll. BWT-Aktionäre erhalten dann Wertpapiere von Christ Water Technologies im Verhältnis 1:1 und können so an der weiteren Entwicklung von gleich zwei Unternehmen partizipieren. Die von CWT hat erst kürzlich für eine Überraschung gesorgt: Innerhalb der ersten sechs Monate 2006 gelang der lang angekündigte Sprung in die Gewinnzone. Nach einem Verlust von 0,91 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum konnte der operative Gewinn auf 0,62 Millionen Euro verbessert werden. Zudem dürfte das geplante IPO schon aufgrund der Übernahmegerüchte um CWT ein Erfolg werden. Nicht wenige Marktexperten sind der Meinung, dass CWT schnell auf Interessenten in der Branche treffen dürfte.

Potenzial bleibt

Bereits zum dritten Quartal werden BWT und Christ Water Technologies ihre Ergebnisse getrennt voneinander veröffentlichen. Dann steht bei BWT das Segment Aqua Ecolife Technologies (AET) im Mittelpunkt. Die Haushaltssparte ist der eigentliche Umsatz- und Gewinnbringer des Konzerns. Sie steuerte allein im vergangenen Geschäftsjahr 312 Millionen Euro zum Gesamtumsatz in Rekordhöhe von 488 Millionen Euro bei. Außerdem wird noch das Brennstoffzellengeschäft Fuel Cell Membrane Technologies (FCMT) im BWT-Konzern verbleiben. Der Unternehmensbereich schreibt derzeit zwar noch keine nennenswerten Umsätze, jedoch zählt die Brennstoffzellentechnologie zu den künftigen Gewinnerbranchen. 2012 soll der Brennstoffzellenmarkt ein Volumen von 2,6 Milliarden besitzen.

Rekordjahr angepeilt

Ein boomendes Wassergeschäft gepaart mit dem Zukunftsmarkt Brennstoffzellen - den angepeilten Gesamtsjahresumsatz von 315 Millionen Euro sollte der österreichische Konzern durchaus erreichen können. In seiner ursprünglichen Form erwartet BWT in diesem Jahr erstmals einen Umsatzanstieg auf über 500 Millionen Euro. Nach einem operativen Gewinn von 16,8 Millionen Euro im Vorjahr soll das EBIT auf mehr als 20 Millionen Euro steigen. Mit den Zahlen zum ersten Halbjahr hat BWT dafür eine gute Vorlage gegeben: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern stieg von 16,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 17,7 Millionen Euro. Der Nettogewinn verbesserte sich um rund 40 Prozent auf 8,7 Millionen Euro, während der Konzernumsatz von 243 auf 246 Millionen Euro leicht zulegte.

Doppelt gewinnen

Nach Öl und Elektrizität ist frisches Wasser einer der weltweit größten Märkte. BWT hat sich in diesem Markt gut positioniert. Zudem hat man auch im wachstumsstarken Brennstoffzellengeschäft erste Erfolge vorzuweisen. Neben einer intakten Wachstumsstory profitieren BWT-Anleger noch von dem Börsengang der Tochter Christ Water Technologies. Nachdem die Industriesparte von BWT im ersten Halbjahr 2005 den Sprung in die Gewinnzone geschafft hat, dürfte der Startschuss zu einem anhaltend guten Geschäftsverlauf gefallen sein.

Artikel aus Ausgabe 43/2005

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