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Ein Subkontinent startet durch

Indiens Image vom Armenhaus der Welt war einmal. Der wirtschaftliche Aufstieg des Landes ist in vollem Gange, verbunden mit aussichtsreichen Investments branchenweit.

Indiens Image vom Armenhaus der Welt war einmal. Der wirtschaftliche Aufstieg des Landes ist in vollem Gange, verbunden mit aussichtsreichen Investments branchenweit.

Indien hat sich längst den Ruf als kapitale Wirtschaftsmacht erworben. Seit Jahren verzeichnet das Land jährliche Wachstumsraten um acht Prozent. Bis zum Jahr 2020 halten Volkswirte ein Plus von sechs Prozent im Jahresdurchschnitt für realistisch. Auch bei diesem etwas verlangsamten Wachstum zählt das Riesenreich wirtschaftlich in den nächsten Jahren zur Weltspitze.

Index spiegelt Potenzial

Auch Indiens Leitindex Bombay Stock Exchange Sensitive Index, kurz Sensex, zeigt, welche Entwicklung das Land durchmacht. In den zurückliegenden zwei Jahren hat das Börsenbarometer rund 120 Prozent gewonnen, in den vergangenen zwölf Monaten gut 50 Prozent. Das enorme Wachstumspotenzial dürfte der Börse auch in den kommenden Jahren Auftrieb geben, auch wenn mit einem verlangsamten Anstieg zu rechnen ist. Zahlreiche Branchen weisen dabei aussichtsreiche Unternehmen auf, deren Aktien günstiger bewertet sind als der Sensex mit einem KGV von 22 und die in den nächsten Jahren deutlich Potenzial entfalten dürften.

Fünf interessante Einzeltitel

Dazu zählt im Rohstoffsektor der Öl- und Gasproduzent und Hersteller verschiedener Faserstoffe Reliance Industries. Der Großkonzern baut gerade die weltgrößte Ölraffinerie, die preisgünstigen Kraftstoff liefern soll. Damit will Reliance auch in den Kraftstoffmarkt Europas und der USA vorstoßen. Bis 2011 rechnet der Anbieter mit Engpässen bei der Ölverarbeitung weltweit – und will gut gerüstet sein. Jüngsten Medienberichten zufolge kann das Unternehmen aus einem größeren Gasfeld doppelt so viel Erdgas gewinnen, als zuvor berechnet. Produktionsbeginn: 2008. Alles in allem bescheinigen Branchenanalysten dem Top- Anbieter längerfristig einen sehr erfreulichen Ausblick.

Blendende Bankgeschäfte

Ein echtes Schnäppchen im Bankensektor ist die State Bank of India, mit einem aktuell für 2007 geschätzten KGV von 9. Bei Indiens größtem Kreditinstitut laufen die Geschäfte angesichts des kräftigen Wirtschaftswachstums blendend. Die indische Mittelklasse zum Beispiel mit mehr als 210 Millionen Menschen fragt immer mehr Kredite nach für Autos, Häuser und Konsumgüter – was auch die steigenden Gehälter widerspiegelt. Die Bank ist auch im Ausland stark vertreten und hat gerade vom wichtigen Handelsplatz Singapur den Status als „voll qualifizierende Bank“ erhalten, womit sie dort das Geschäftsnetz ausweiten kann.

IT-Prognosen erhöht

In der IT-Branche zählt Satyam Computer Services zu den Top-Werten. Der Software-Hersteller hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (Jahresschluss 31. März 2007) Umsatz und Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Ein Ergebnis, das der viertgrößte Software-Exporteur Indiens mit einem robusten Wachstum und günstigen Wechselkursen erklärt. Für das Gesamtjahr hat Satyam die Prognosen hochgeschraubt. Weiteres Plus: die Aktie ist gegenüber heimischer Konkurrenz wie Infosys weit günstiger bewertet.

Tata fährt vor

Ein Dauerbrenner unter Indiens Aktienschätzen ist der größte Hersteller von Lastwagen und Bussen des Landes, Tata Motors. Der Autobauer treibt seine weltweite Expansionsstrategie erfolgreich voran: Im August erreichten die Exportzahlen gegenüber dem Vorjahresmonat das Rekordplus von mehr als 26 Prozent. Die geplante Kooperation mit dem italienischen Fiat-Konzern mündet jetzt in ein Gemeinschaftsunternehmen, das in Indien Kleinwagen der Italiener sowie Motoren baut. Jüngster Coup ist eine Tata-Finanzierungsgesellschaft, über die Kunden ihre Fahrzeuge abstottern können.

Im Maschinenzeitalter

Neben Reliance Industries profitiert auch Indiens größter Maschinenbaukonzern Larsen & Toubro vom hohen Ölpreis. Im Bereich von Anlagen zur Suche und Erschließung von Erdöl etwa erwartet das Unternehmen eine stark steigende Nachfrage. Bei den Joint Ventures mit Firmen in der Golfregion rechnet Larsen mit einer Umsatzverdopplung in den nächsten vier Jahren. Zum dortigen Hauptgeschäft zählen Bohranlagen für die Exploration von Ölvorkommen. Neue Fabriken im Inland und in China sind in Planung.

Solide Schwergewichte

Indien hat wirtschaftlich bald zur Weltspitze aufgeschlossen und bietet solide Investments für einen längeren Anlagehorizont, zu welchen die obigen Blue Chips zählen. Traditionell unterliegen die IT- und Rohstoff-Branche stärkeren Schwankungen als Banken, Maschinenbau und Automobil. Konservativ orientierte Anleger wählen letztere drei. Etwas Risikobereitere setzen auf IT und Rohstoffe.

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