APOGEE ENTERPRISES DL-333
- DER AKTIONÄR

Ein ganz besonderer Stoff

In den vergangenen zehn Jahren bauten Russ Huffer, Vorstandschef von Apogee Enterprises, und Finanzvorstand Jim Porter den 1949 gegründeten Glashersteller radikal um. So stellten sie die margenschwache Autoglas- und Konsumsparte (Scanner, Bildschirme) ein. Ebenfalls zogen sich die Amerikaner von umfangreichen Ausschreibungen im Ausland zurück, weil ihnen die Risiken zu groß erschienen.

In amerikanischen Großstädten sind Glasfassaden an Bürokomplexen und Wolkenkratzern kaum mehr wegzudenken. Glas wirkt nicht nur futuristisch, es spart auch Energie – und kann den Anlegern Gewinne bescheren.

In den vergangenen zehn Jahren bauten Russ Huffer, Vorstandschef von Apogee Enterprises, und Finanzvorstand Jim Porter den 1949 gegründeten Glashersteller radikal um. So stellten sie die margenschwache Autoglas- und Konsumsparte (Scanner, Bildschirme) ein. Ebenfalls zogen sich die Amerikaner von umfangreichen Ausschreibungen im Ausland zurück, weil ihnen die Risiken zu groß erschienen. Mitte der 90er-Jahre hatte sich Apogee beispielsweise am Bau der Petronas Zwillingstürme in Kuala Lumpur beteiligt, das Auftragsvolumen für die Fassade umfasste seinerzeit mehr als 100 Millionen Dollar.

Marge rauf, Schulden runter

Die Neuausrichtung zahlt sich nun aus. Innerhalb von zwölf Monaten verbesserte sich die operative Marge im Kernsegment von 3,2 Prozent auf jetzt circa 5,7 Prozent. In nur fünf Jahren fuhr Huffer zudem die Nettokreditlast von 190 Millionen auf 50 Millionen US-Dollar zurück. 85 Prozent der Erlöse erzielt der 4.500-Mitabeiter-Betrieb aus Minneapolis/Minnesota mit architektonischen Projekten wie dem Bau von Bürotürmen, Regierungsgebäuden, Schulen, Krankenhäusern, Flughäfen, Wohnanlagen, Sportarenen. Ob farbig, energiesparend, bomben- oder hurrikanerprobt: Die Scheiben sind facettenreich lieferbar. Rund ein Zehntel des Geschäfts erzielt das Nasdaq-Unternehmen mit Bilderrahmenglas inklusive UV-Filter und Reflektionsschutz. Im vergangenen Fiskaljahr 2005/06 (Ende Februar) stiegen die Einnahmen um elf Prozent auf 697 Millionen Dollar. Unter dem Strich blieben 23,8 Millionen beziehungsweise 0,85 Dollar je Aktie. Das entsprach einem Zuwachs um 43 Prozent.

Neue Fabrik geplant

Für das in wenigen Tagen endende Geschäftsjahr verspricht die Führungsspitze ein abermaliges Umsatzplus um zwölf bis 15 Prozent. Je Anteilschein sollen 1,04 bis 1,10 Dollar herausspringen. Den positiven Wachstumstrend will Huffer mindestens auf Sicht der kommenden fünf Jahre fortsetzen. Die Auftragsbücher sind voll. Zwei Fabriken laufen Tag und Nacht auf Hochtouren, selbst am Wochenende stehen die Bänder nicht still. Eine neue Produktionsstätte nahe Las Vegas soll im April die Kapazität um zwölf Prozent erweitern.

Günstig bewertet

DER AKTIONÄR rechnet im Geschäftsjahr 2007/2008 mit einem Gewinn von 1,35 US-Dollar je Aktie. Das KGV beträgt somit günstige 16. Der Börsenwert ist mit 605 Millionen ebenfalls überschaubar, immerhin gehen rund 800 Millionen Dollar Umsatz durch die Bücher. Aktienkäufe in Deutschland sind zu limitieren, der Markt ist eng. Es bietet sich eine Order in den USA an.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 09/2007.

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