- DER AKTIONÄR

Ein Debakel!

Der krisengebeutelte Chiphersteller Infineon hat seinen Verlust im dritten Quartal drastisch ausgeweitet. Für viele Analysten kam diese Nachricht überraschend.

Der krisengebeutelte Chiphersteller Infineon hat seinen Verlust im dritten Quartal drastisch ausgeweitet. Für viele Analysten kam diese Nachricht überraschend.

Von Steffen Eidam

Europas größter Chiphersteller Infineon musste im dritten Quartal einen Verlust von 234 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern verbuchen. Somit hat sich das Minus im Vergleich zum Vorquartal verdoppelt. Infineon begründet das überraschend schwache Ergebnis in erster Linie mit dem hohen Preisdruck bei Speicherprodukten. Von einer Misere möchte das Management allerdings nichts wissen: Im laufenden Quartal rechnet der Technologiekonzern mit stabilen Preisen auf dem Chipmarkt.

Verlust verdoppelt

Nachdem der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) im zweiten Quartal noch 117 Millionen Euro betrug, hat sich das Minus im zurückliegenden Quartal auf 234 Millionen Euro verdoppelt. Der Nettoverlust stieg auf 240 Millionen Euro oder 32 Cent je Aktie, nach einem Fehlbetrag von 56 Millionen Euro bzw. 8 Cent pro Aktie ein Jahr zuvor. "Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das gegenüber dem Vorquartal wesentlich niedrigere Preisniveau im Segment Speicherprodukte und dem anhaltenden Preisdruck vor allem bei Sicherheits- und Chipkarten zurückzuführen", hieß es. Der Umsatz lag nahezu unverändert bei 1,61 Milliarden Euro.

 

Weit hinter den Erwartungen

Viele Analysten wurden von den schwachen Infineon-Zahlen überrascht, lag doch der Konsens der befragten Experten lediglich bei einem Minus von 165 Millionen Euro. Neben der Belastung aus den gesunkenen Preisen in der Speicherchipsparte musste das im Elitesegment DAX gelistete Unternehmen auch 81 Millionen Euro für die Schließung des Werkes in München-Perlach ausweisen. Trotz der niederschmetternden Quartalszahlen sieht Konzernchef Wolfgang Ziebart "große Fortschritte bei der Restrukturierung". Im vierten Quartal rechnet er mit einer Verbesserung der Zahlen, auch weil sich eine gewisse Preisstabilität eingestellt hat. Einen detaillierten Ausblick auf das Gesamtjahr legte Ziebart allerdings nicht vor.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV