WINTERTHUR TECH. NAM.SF 1
- DER AKTIONÄR

Ein "Traum-Deal"

In den USA findet derzeit ein Umschwenken hin zur Energieersparnis statt. Im Automobilbereich zum Beispiel werden immer mehr Pkws mit Dieselmotoren oder Hybridmotoren gekauft. Auch auf Seiten der Automobilhersteller nimmt das Umweltbewusstsein zu. Werden Getriebeteile bislang größtenteils geschabt, tendieren immer mehr Firmen dazu, Motorkomponenten (Zahnräder, Nockenwellen) zu schleifen, um dadurch den Spritverbrauch zu senken.

Winterthur Technologie hat mit der Wendt-Übernahme mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

In den USA findet derzeit ein Umschwenken hin zur Energieersparnis statt. Im Automobilbereich zum Beispiel werden immer mehr Pkws mit Dieselmotoren oder Hybridmotoren gekauft. Auch auf Seiten der Automobilhersteller nimmt das Umweltbewusstsein zu. Werden Getriebeteile bislang größtenteils geschabt, tendieren immer mehr Firmen dazu, Motorkomponenten (Zahnräder, Nockenwellen) zu schleifen, um dadurch den Spritverbrauch zu senken.

Übernahme löst drei Probleme

Weltmarktführer auf dem Gebiet der Schleifwerkzeuge für die Autoindustrie ist die schweizerische Winterthur Technologie. Der Konzern machte Ende Juni auf sich aufmerksam, indem er den deutschen Konkurrenten Wendt GmbH für 153 Millionen Euro übernahm. Nach den Worten von Finanzvorstand Markus Brütsch hat Winterthur dadurch drei Probleme auf einen Schlag gelöst. Erstens hatten die Schweizer das Luxusproblem einer zu soliden Bilanz – aufgrund des hohen Cashflows wäre der Konzern Ende 2007 ohne Schulden dagestanden, was zu einer geringeren Eigenkapitalrendite geführt hätte. Zweitens sei die eigene Position auf dem Markt für superharte Schleifmittel schwach gewesen und drittens hätte die Aktie wegen der niedrigen Marktkapitalisierung wenig Beachtung erhalten.

Ergebnisexplosion 2008

Dank Wendt hat Winterthur künftig nicht nur im Bereich der gebundenen Schleifscheiben, sondern auch bei den superharten Schleifwerkzeugen eine führende Position. Ferner erschließen sich beide Gesellschaften neue Kundengruppen sowie neue Märkte. Während die Schweizer Zugang zum asiatischen Markt erhalten, kann Wendt seine Produkte nun auch in Osteuropa vertreiben. Das Cross-Selling-Potenzial wird vom Finanzvorstand auf ein Prozent des Umsatzes per annum beziffert – sehr konservativ geschätzt. Laut Erste Bank ist die Übernahme ein „Traum-Deal“. Die Analysten erwarten 2008 einen Gewinnsprung von 12 auf über 20 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie soll auf knapp vier Euro pro Aktie klettern.

Konsolidierung nutzen

Mit Winterthur und Wendt haben sich zwei bereits erfolgreiche Nischenplayer zu einer schlagkräftigen Einheit zusammengetan. Anleger nutzen die jüngste Konsolidierung zum Aufbau einer ersten Position.

Kursziel bei Winterthur Technologie: 65,00 Euro. Stopp: 39,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2007.

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