- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Ist dieses Unternehmen jetzt auf Rosen gebettet?

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie über seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seine Analyse.

„Die Verwerfungen an der Börse bieten manche interessante Kaufgelegenheit. Nehmen Sie Sleepz. Am Dienstag ist der Kurs um 17 Prozent eingebrochen. Auf aktuell 1,25 Euro. Der Vollständigkeit halber muss man aber hinzufügen, dass die Aktie in der letzten Woche nach langer Talfahrt von einer Euro auf 1,50 Euro gehüpft ist.

Wir machten bereits am 12. September über die Um- und Ausbaupläne des Onlinehändlers rund um das Schlafen (Betten, Matratzen und so weiter) aufmerksam. Die Nachricht, dass nach einer längeren Zitterpartie endlich die Fremdfinanzierung für zwei geplante Übernahmen steht, löste in der vergangenen Woche das Kursfeuerwerk aus.

Apeiron Investment stellt eine Fremdfinanzierung über fünf Millionen zur Verfügung, davon zwei Millionen in Form einer Wandelanleihe. Das Family Office mit Sitz in London sicherte sich außerdem Optionen zum Erwerb von rund 27 Prozent der Sleepz-Aktien. Derzeit ist die Beteiligungsgesellschaft Heliad mit 24 Prozent Hauptaktionär. Grünes Licht also für die Übernahme der beiden Onlinehändler Urbanara (Heimtextilien und Wohnaccessoires) und SAM Stil Art Möbel.

Hohe Einsparungen

Mit dieser Verstärkung soll Sleepz die kritische Größe erreichen. Außerdem hat in der Vergangenheit schlicht Geld für das Wachstum gefehlt. Zudem versprechen sich Investoren durch das Zentralisieren von IT, Einkauf, Finanzen, Marketing und Logistik Kosteneinsparungen in Millionenhöhe.

Der langjährige Vorstand Oliver Borrmann verlässt das Unternehmen, das Ruder übernehmen die e-commerce-Spezialisten Alexander von Tschirnhaus und Christian Salza. Bislang hatte Sleepz für 2018 lediglich 13 Millionen Umsatz geplant. Winzig. Durch die Zukäufe sollen sich die Erlöse im kommenden Jahr aber schon auf knapp 50 Millionen nahezu vervierfachen.

Die Gewinnschwelle ist für 2020 geplant. Mittelfristig wird eine EBITDA-Marge von 15 Prozent ins Visier genommen. Nach der Übernahme von Urbanara und SAM würde bei dem aktuellen Aktienkurs (1,25 Euro) Sleepz nur rund 26 Millionen auf die Börsenwaage bringen. Das Umsatzvielfache weniger als 0,5 Wenn alles so läuft, wie erhofft, könnte man das Multiple mit mindestens eins ansetzen. Kursziel also 2,50 Euro oder noch mehr.

Fazit: Ein spekulativer Kauf. Zudem sollten sich Anleger mit Geduld wappnen, die Erfolge werden nicht über Nacht sichtbar."

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