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- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Es könnte noch mal deutlich abwärts gehen

Wird der September seinem miesen Ruf gerecht? „Kann gut sein“, sagt Egbert Prior, Herausgeber der Prior Börse, im Interview mit dem AKTIONÄR. Doch Prior sieht bereits Licht am Ende des Tunnels.

DER AKTIONÄR: Herr Prior, wie geht es mit dem DAX weiter?

EGBERT PRIOR: Statistisch gesehen, gilt der September als der schlechteste Börsenmonat. Die typische Herbstkorrektur beginnt aber meist schon im August. Aus meiner Sicht setzt sich die Abwärtstendenz noch einige Wochen fort.

Warum?

Das Bewertungsniveau besonders der Technologieaktien und Nebenwerten hat schon luftige Höhen erreicht. Da kann die Gewinnentwicklung nicht ganz mithalten.

Bis wohin kann der DAX fallen?

Aus meiner Sicht könnte der DAX noch einmal die 11.000er Marke testen. Das wären dann wieder klare Kaufkurse, zumal die Standardwerte auch schon jetzt nicht besonders teuer sind.

Welche Aktien sollte man jetzt haben?

Adidas eilt von Rekord zu Rekord. Die Halbjahreszahlen waren super. Sportartikel als Lifestyle zu verkaufen, kommt an. Großes Potenzial steckt in der Individualisierung der Produkte durch den 3D-Druck. Das spart auch Kosten. Die automatischen Fabriken können zurück aus China nach Deutschland kommen. Mein Kursziel lautet 250 Euro.

Sehen Sie derzeit auch spekulative Käufe?

Mutige greifen vielleicht schon jetzt wieder bei Bayer zu. Die Schadenersatzrisiken wegen möglicher Krebserkrankungen durch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat sind durch den jüngsten Kursrutsch – zumindest teilweise – eingepreist.
Auch ThyssenKrupp ist ein spekulativer Kauf. Beim krisengeplagten Mischkonzern haben Hedgefonds das Zepter übernommen. Das Ziel die Zerschlagung. Die würde verborgeneWerte heben. Die Aktie ist längerfristig ein potenzieller Verdoppler.

Von welchen Aktien sollte man jetzt die Finger lassen?

Die Aktie der Deutschen Bank würde ich nur mit der Kneifzange anfassen. Ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht. Mit einer Selbstbedienungsmentalität haben leitende Angestellte, davon mehr als 700 Einkommensmillionäre, das Institut ausgeplündert. Die Deutsche Bank ächzt unter hohen Kosten und schwindenden Einnahmen. Auch wegen der zahllosen Skandale wandern Kunden ab. Wendige Fintechs machen den Banken-Dinos das Leben zusätzlich schwer.

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