DAX
- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Darum ist diese Aktie ein klarer Kauf

Angesichts des Bevölkerungswachstums sind Anleger bei diesem Unternehmen in guten Händen. Es gehört zu den führenden Playern weltweit. Das Geschäftsmodell hat viel Potenzial.

Die Rede ist von KWS Saat. Die 4.800 Mitarbeiter des Konzerns sind in 70 Ländern aktiv. 2015/16 setzte die Gruppe eine Milliarde um und verdiente 85 Millionen Euro nach Steuern. Was für die führende Rolle weltweit sorgt, ist das hohe Forschungsbudget. 17 Prozent des Umsatzes geben die Deutschen für Forschung aus.

Historisch begann der Erfolg mit der Rübenzüchtung, aus der in Europa Zucker gewonnen wird (die anderen Kontinente setzen auf Zuckerrohr). Mit der Zeit kamen weitere Nutzpflanzen (Mais, Weizen, Roggen, Gerste) hinzu. Abgerundet wird das Sortiment mit Soja, Hülsenfrüchten, Kartoffeln und Energiepflanzen. Wichtigste Sparten sind heute Mais, Zuckerrüben und Getreide. Weil die Qualität des Staatsguts wichtig für den Ertrag und die Qualität der Ernte ist, kommt KWS eine Schlüsselrolle zu.

Zum Halbjahr 2016/17 lief es prächtig. Der Umsatz kam um 27 auf 280 Millionen Euro voran. Die Geschäfte in Südamerika erhalten Rückenwind, besonders in Brasilien geht es vorwärts. Europas Winterkörnerraps lief prächtig. Weil das Zuckerrübengeschäft in Europa ausgeweitet wird, rechnet der Vorstand mit einer EBIT-Marge von „mindestens 10,5 Prozent“ auf Gesamtjahressicht. Wir gehen von mehr aus.

Finanzchefin Eva Kienle ist begeistert: „Insgesamt zeigt der Halbjahresabschluss eine sehr positive Entwicklung. Die stetige Umsatzausweitung in Brasilien ist für uns ein wichtiger Erfolg, zumal KWS hier noch nicht sehr lange im Markt aktiv ist.“

Es läuft also auf Hochtouren. Das dritte Quartal (Januar bis März) legt sie am 23. Mai vor. Was auffällt: Während das Geschäft stark anzieht, sinken die Kosten, vor allem die Verwaltungskosten.

Es zeichnet sich ab, dass Mais stark gefragt bleibt. In Brasilien und Argentinien dürfte die Nachfrage hoch bleiben. Auf Gesamtjahressicht soll der Umsatz um knapp fünf Prozent zulegen. Wir rechnen mit mehr. Das Forschungsbudget soll bei 17 Prozent stabil bleiben.

Die Investitionen sollen 100 Millionen ausmachen, ließ Kienle durchblicken. Der Kurs kam angesichts des guten Ausblicks bereits in Fahrt. Aktuell 356 Euro. Börsenwert 2,3 Milliarden. Angenommen, das Ergebnis je Aktie steigt von 12,92 auf 15 Euro, beläuft sich das KGV auf 24. Die Dividende bringt knapp ein Prozent Rendite.

Interessant sind vor allem die zwei Großaktionäre: Zum einen der Agrarwissenschaftler Büchting, zum anderen der Erbe des Pudding-Imperiums Arend Oetker. Beide Clans halten 55 Prozent zusammen. Daneben hat die Tessner Beteiligungsgruppe mit 15 Prozent ein Wörtchen mitzureden. 30 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Die langfristige Ausrichtung der Agrarprofis überzeugt. Fazit: Kaufen und Liegenlassen. Das SDAX-Papier eignet sich sogar zum Vererben.

 


 

Börsenerfolg mit der Keynes-Methode

Autor: John F. Wasik
ISBN: 9783864702471
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John Maynard Keynes ist einer der einflussreichsten Volkswirte des 20. Jahrhunderts. Kaum bekannt ist hingegen, dass er auch einer der kompetentesten und innovativsten Investoren war.

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