ThyssenKrupp
- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Darum hat die ThyssenKrupp-Aktie jetzt riesiges Potenzial

Er kennt die Aktienmärkte aus dem Effeff, hat alle Trends ganz genau im Blick. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie auf deraktionaer.de über seine Favoriten an der Börse. Sein Spezialgebiet: deutsche Nebenwerte. Hier analysiert er ThyssenKrupp für Sie.

„ThyssenKrupp streicht die Reformpläne komplett: zum einen die ins Auge gefasste Stahlfusion mit der europäischen Tata-Tochter, zum anderen die Aufteilung in zwei Holdings.

Am Freitag teilte der Konzern mit: „ThyssenKrupp wird sich ... grundlegend neu ausrichten.“ „Dazu gehören ein wertorientierter, flexibler Portfolioansatz ... sowie eine stärkere Performanceorientierung.“ Im Klartext, sogar eine komplette Zerschlagung des Konglomerats ist möglich.

Den Anfang soll ein Börsengang der Aufzugssparte machen. Analysten schätzen den Wert dieses Geschäftsfeldes, das signifikante Gewinne erwirtschaftet, auf rund 15 Milliarden. Der gesamte Konzern wird dagegen an der Börse mit nur 7,4 Milliarden gehandelt.

So gesehen wären die fünf weiteren Geschäftsfelder – Stahl, Großanlagenbau, Automobilkomponenten, Wertstoffhandel und Kriegsschiffe – weniger als nichts wert.

Nirgendwo läuft es rund

Unter dem Strich wird das Essener Traditionsunternehmen auch im laufenden Turnus rote Zahlen schreiben. Die Eigenkapitalquote liegt unter zehn Prozent, das macht die Sache brenzlig. Zumal sich die Konjunktur nicht gerade bessert.

Es kommt jetzt also darauf an, das geplante IPO der Aufzugssparte, gewissermaßen des Tafelsilbers, möglichst schnell durchzuziehen. In die prekäre Lage waren die Essener geraten, nachdem sie in den letzten Jahren in den USA mit verfehlten Stahlinvestitionen rund acht Milliarden versenkten.

Das Konglomerat war also sturmreif geschossen für aktivistische Investoren. Allen voran Cevian Capital, mit einem Anteil von 18 Prozent der zweitgrößte Anteilseigner nach der Krupp-Stiftung (21 Prozent). Mit im Boot auch der gefürchtete Hedgefonds Elliott.

100-Prozent-Chance

Fazit: Endlich ist der Knoten geplatzt. Die Bahn ist frei für einen radikalen Umbau. Risikofreudigen winkt auf Sicht von ein bis zwei Jahren eine 100-Prozent-Chance.“

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