- Andreas Deutsch - Redakteur

Egbert Prior: Aktie für Feinschmecker

Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie über seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seine Analyse.

„Die Rede ist von Vapiano. Die italienischen Lifestyle versprühende Selbstbedienungsrestaurantkette mit Pizza und Pasta traf noch nicht den Geschmack der Anleger.

Ausgabepreis beim Börsengang im letzten Juni 23 Euro. Aktuell nur 19,50 Euro. Eine günstige Einstiegsgelegenheit? Wir sprechen mit Jochen Halfmann. Der Vorstandschef verrät das Rezept, das Vapiano einzigartig machen soll: günstig, frische Zutaten, schnell, Qualität und Wohlfühlambiente.

Die Hungrigen kommen in Scharen, die Wachstumsstory sucht ihresgleichen. 2002 eröffnete das erste Lokal in Hamburg. Bis Mitte Juli war die Zahl der Restaurants auf 215 in 33 Ländern auf fünf Kontinenten angewachsen. Darunter so glamouröse Standorte wie London, Paris, New York oder Shanghai.

Noch nicht satt

CEO Halfmann stellt eine weitere Expansion in Aussicht. Im laufenden Turnus sollen insgesamt 33 bis 38 Restaurants eröffnet werden. Geplant ist ein Umsatzzuwachs zwischen 20 und 29 Prozent auf 390 bis 420 Millionen sowie ein überproportionaler Anstieg des um „Neueröffnungskosten“ bereinigten Ebitda um 24 bis 39 Prozent auf 48 bis 54 Millionen.

Unter dem Strich dürften weiterhin rote Zahlen stehen. 2017 gingen – bereinigt um die IPO-Kosten – 23,8 Millionen verloren. Doch schwarze Zahlen befinden sich in greifbarer Nähe. Für 2020 stellt Halfmann sowohl einen positiven cash flow als auch einen Nettogewinn in Aussicht. Langfristig könnten die Margen so knackig werden wie jetzt schon der Salat.

Digital bringt Fantasie

Bis 2020 peilt Halfmann – auf Restaurantebene – eine Nettomarge von 20 Prozent an. Der Unternehmenslenker versucht das Geschäftsmodell weiter zu optimieren. In immer mehr Filialen kann man Essen mitnehmen oder liefern lassen. Ein besonders profitables Geschäft. Auch die „Digitalisierung“ verspricht zusätzliche Gewinne. Erfahrungsgemäß bestellen die Kunden an automatischen Bestellterminals mehr als wenn sie dem Personal direkt gegenüberstehen.

Bei den Neueröffnungen konzentriert sich Vapiano auf besonders lukrative Märkte. Vor allem für das im Restaurantbereich hochpreisige Frankreich kann sich Halfmann begeistern. In diesem und im kommenden Jahr sollen dort 24 neue Geschäfte an den Start gehen.

Die aktuelle Marktkapitalisierung beläuft sich auf 468 Millionen. Nicht billig, aber durch das Wachstum gerechtfertigt. Das Unternehmen befindet sich in guten Händen: 44 Prozent halten die Tchibo-Erben Herz, der Gründer Gerlach 19 Prozent und die Wella-Nachkommen Sanders 13 Prozent.

Fazit: Das Konzept kommt bei den Kunden an, das Wachstumspotential schier unbegrenzt. Die näher rückende Gewinnschwelle macht immer mehr Appetit auf die Aktie.“

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