- DER AKTIONÄR

Eckert + Ziegler strahlt

Jüngst haben die Aktionäre des Isotopenherstellers Eckert + Ziegler keinen Grund zur Freude gehabt. Außer sie haben die Chancen für eine Aufstockung des Portfolios genutzt. Für die Zukunft ist aber weder den Analysten noch den Aktionären bange. Das Unternehmen wächst profitabel aus eigener Kraft und durch Akquisitionen.

Jüngst haben die Aktionäre des international tätigen Isotopenherstellers Eckert + Ziegler keinen Grund zur Freude gehabt. Außer sie haben die Chancen für eine Aufstockung des Portfolios genutzt.

Von Werner Sperber

Die Aktie der Eckert + Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG aus Berlin hat sechs schwierige Wochen hinter sich. Zum einen sackte das Papier in einem schwachen Marktumfeld vom 13. bis zum 18. April von gut 12 auf bis zu zehn Euro ab, zum anderen meldete das Unternehmen, das schwach radioaktive Strahlenquellen für die Medizin und die Industrie entwickelt, produziert und vertreibt, am 10. Mai einen Gewinnrückgang im ersten Quartal 2005. So konnten die Anteilsscheine die vorher erlittenen Verluste nicht ausgleichen, noch nicht. Die Eckert + Ziegler Aktie hat bis zu ihrem Hoch von gut 140 Euro Anfang 2000 einen sehr, sehr langen Weg, doch seit den Tiefstständen Anfang 2003 bei drei Euro ist der Kurs stetig gestiegen.

Analysten rechnen mit Umsatzsteigerungen auch durch die Übernahme der Mehrheit an der EURO-PET Berlin Zyklotron GmbH. EURO-PET ist als pharmazeutischer Hersteller für Radiopharmaka zugelassen und produziert Kontrastmittel für so genannte PET-Untersuchungen, die zur Diagnostik von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Bei der Hauptversammlung am 31. Mai soll zudem ein Aktienrückkaufprogramm genehmigt werden. Die Landesbank Baden-Württemberg, LBBW, empfiehlt in einer aktuellen Studie den Kauf der Papiere. Der "faire Wert" liege bei 25,45 Euro, das Kursziel wurde von 18 auf 19 Euro erhöht.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Für das erste Quartal meldete Eckert + Ziegler einen Umsatzanstieg im Jahresvergleich von 7,5 Prozent auf 8,6 Millionen Euro. Der größte Zuwachs entfiel auf das Segment Therapie, das um 28 Prozent auf 3,7 Millionen Euro zulegte. Der Überschuss sank allerdings um 37,8 Prozent auf 263 000 Euro beziehungsweise 0,09 Euro je Aktie. Die LBBW schreibt, Eckert + Ziegler habe im ersten Quartal 2005 im Umsatz und Ertrag unter den Erwartungen gelegen, was jedoch im Wesentlichen auf verzögerte Auslieferungen von Bestrahlungsgeräten zurück zu führen sei. Zudem hätten bauliche Verzögerungen bei den Kunden dazu geführt, dass erwartete Umsätze fehlen. Da es sich dabei nur um Verschiebungen handele, bleiben die Analysten bei ihrer positiven Gesamteinschätzung. Eckert + Ziegler prognostiziert für das laufende Gesamtjahr einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro und einen Gewinn je Aktie von 0,5 bis 0,8 Euro. Die LBBW erwartet einen Umsatz von 40,7 Millionen und einen Gewinn je Aktie von 0,55 Euro.

Historisch günstiges KGV erwartet

Der Geschäftsbereich Therapie, in dem Eckert + Ziegler Permanent-Implantate zur Behandlung von Prostata-Krebs in einem Frühstadium anbietet, ist für die LBBW der Wachstumstreiber der Zukunft, zumal Europa hier erhebliches Aufholpotenzial im Vergleich zu den USA hat. Eckert + Ziegler hat zudem sein Produktportfolio durch gezielte Zukäufe um so genannte Afterloader erweitert hat. Afterloader sind Geräte für radioaktive Strahlenquellen, die etwa bei Kehlkopf-, Brust- oder Gebärmutterhals-Krebs eingesetzt werden. Alles in allem schätzt die LBBW den Umsatz für 2006 auf 47 Millionen Euro und den Gewinn je Aktie auf 0,72 Euro, was einem Rückgang des KGV von 15,8 im Jahr 2005 auf ein 2006er-KGV von 12,2 entspricht.

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