E.on
- Marion Schlegel - Redakteurin

E.on und RWE noch unter den Top-Verlieren im DAX: Aktien nun vor der Trendwende?

Wieder einmal haben die Aktien der deutschen Versorgerwerte zu den Schlusslichtern im DAX gehört. Am Mittwoch verlor das Papier von RWE 0,9 Prozent auf 23,81 Euro, E.on rund ein Prozent auf 13,44 Euro. Nur die Deutsche Telekom musste infolge des allgemein schwachen Umfelds für Telekomwerte noch ein größeres Minus hinnehmen. Und dies ist keineswegs nur ein Ausreißer nach unten. Ein Blick auf die 12-Monats-Performance zeigt, dass die beiden Titel auch hier zu den wenigen Werten im DAX zählen, die eine negative Entwicklung hingelegt haben.


Zuletzt war aber zumindest die ein oder andere positive Stimme zu vernehmen. So haben beispielsweise die Analysten der Société Générale E.on vor der Abstimmung über das Emissionshandelssystem auf "Buy" belassen. Es werde weitgehend erwartet, dass der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments zugunsten einer Reform des CO2-Marktes abstimmt, schrieb Analyst Lüder Schumacher in einer Studie vom Mittwoch. Unter bestimmten Bedingungen könnten die CO2-Preise als Folge daraus in Richtung zehn Euro je Tonne steigen, was zu steigenden Strompreisen in kohlestarken Märkten führen dürfte. Zu den Aktien, die diesbezüglich besonders sensibel reagierten, zählten auch die des Versorgers E.on.


Aktien meiden
Weiter pessimistisch bleiben die Experten der Commerzbank. Sie sehen unter anderem wegen der schwächelnden Strompreise in Deutschland weitere Kursrisiken für die Aktien der Energiekonzerne E.on und RWE. Die Perspektiven seien eher trist und die Markterwartungen erschienen zu optimistisch, so die Analystin Tanja Markloff am Mittwoch. Sie stufte die Papiere von E.on von "Hold" auf "Reduce" ab und senkte das Kursziel von 12,50 auf 12,00 Euro. Für die RWE-Aktien kappte sie das Kursziel bei einer unveränderten "Reduce"-Empfehlung von 26 auf 22 Euro. 


DER AKTIONÄR bleibt ebenfalls bei seinen in Ausgabe 07/2015 ausgesprochenen Verkaufsempfehlungen für die beiden Titel. Auch die günstige Bewertung und hohe Dividendenrendite sind keine Kaufargumente. RWE scheint immer noch keine Vision zu haben, wie man sich in Zeiten der Energiewende aufstellen soll. Eine Reihe ungelöster Probleme und die anhaltend trüben Perspektiven sprechen klar gegen ein Investment. Auf den E.on-Papieren lastet die Ungewissheit, wie der Konzern in einigen Jahren aussehen wird.


(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Uniper soll weg – so schnell wie möglich

Seit der Abspaltung von E.on hat sich die Aktie von Uniper glänzend entwickelt. Die Tochter, die sich auf die konventionellen Kraftwerke fokussiert, ist heute über 50 Prozent mehr wert als beim Börsengang. Die Zukunftsfähigkeit bleibt allerdings offen, zudem passt Uniper nicht ins „grüne Portfolio“ … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Keine Panik!

Nach den Zahlen hat die E.on-Aktie zu Beginn dieser Woche deutlich zugelegt. Am Donnerstag zählt der Versorger allerdings zu den schwächeren Werten im DAX. Anleger sollten deshalb aber nicht in Panik verfallen. Nach der Hauptversammlung gestern wird der Titel ex-Dividende gehandelt. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Teyssen muss liefern – sonst wird es eng

Nach der Zahlenvorlage am Dienstag stand bei E.on heute mit der Hauptversammlung gleich das nächste Highlight an. Konzernchef Johannes Teyssen musste dabei den Rekordverlust von 16 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erklären. Zudem nahm er erneut Stellung zur Forderung, dass das Netzgeschäft … mehr