RWE
- Stefan Limmer - Redakteur

E.on und RWE: Wie weit geht die Gegenbewegung?

Die Papiere von E.on und RWE zeigten sich in den vergangenen Tagen von ihrer stärkeren Seite. Für Unterstützung sorgt unter anderem ein positiver Analystenkommentar. Die charttechnische Situation der Aktien hat sich leicht aufgehellt.

Beide Aktien seien der europäischen Branche zuletzt angesichts fallender Strompreise, überreizter Bilanzen und fehlender Wachstumsmöglichkeiten deutlich hinterher gehinkt, schrieb Analyst John Musk von RBC Capital Markets in seiner Studie. Nun würden die Belastungsfaktoren jedoch schwächer und die Attraktivität der Barmittelzuflüsse werde greifbarer. 

Musk hat seine Bewertungsmodelle auf die Zahlen des ersten Quartals sowie die wahrscheinliche Rückzahlung der Brennelementesteuer angepasst. Bei E.on wären die Bilanzprobleme mit einer Gutschrift von 2,8 Milliarden Euro schnell Vergangenheit, so der Experte weiter. Eine endgültige Entscheidung, ob die Brennelementesteuer verfassungsgemäß war oder nicht, fällt Mitte 2015. Im Januar 2013 hatte das Hamburger Finanzgericht diese für verfassungswidrig gehalten. Jetzt liegt der Fall beim Bundesverfassungsgericht. 

Mit einer Free Cashflow-Rendite im mittleren Zehn-Prozent-Bereich hätte E.on ausreichen Mittel für Dividendensteigerungen oder höhere Investitionen. Musk hob die Einstufung für Eon von "Underperform" um zwei Stufen auf "Outperform" und stockte das Kursziel um vier auf 15 Euro auf. 

RWE hätte indes auch nach einer Gutschrift von 1,4 Milliarden Euro einen hohen Fremdkapitalanteil in der Bilanz. Beim Konzern gebe es also noch einiges zu tun, woraus sich insgesamt ein ausgeglichenes Chance/Risiko-Profil ergebe. Seine negative Einstufung "Underperform" gab Musk aber auf und bewertet die Aktie künftig mit "Sector Perform". Das Kursziel nahm er um fünf auf 27 Euro hoch.

Beide Aktien sind durch den jüngsten Kurssprung über Widerstände ausgebrochen. Bei RWE drängt sich ein Einstieg weiterhin nicht auf. Der Konzern ist schlechter auf die Energiewende eingestellt als Konkurrent E.on. Anleger, die in E.on investiert sind, sichern ihre Position weiterhin mit einem Stopp bei 11,50 Euro ab.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das steckt hinter den Uniper-Gerüchten

Die Versorgerbranche befindet sich nach wie vor im Wandel. Die Energiewende läuft auf Hochtouren und der europäische Markt steht vor einer Konsolidierung. Die Uniper-Übernahme durch Fortum ist der erste Schritt. Direkt betroffen ist davon auch RWE. Zukäufe könnten Sinn machen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

Zerschlagung von Uniper – RWE steht bereit

Nach wie vor wehrt sich Uniper gegen den Einstieg des finnischen Wettbewerbers Fortum. Da die Mutter E.on ihren Anteil aber verkaufen wird, ist der Widerstand von Vorstandschef Klaus Schäfer ein Kampf gegen Windmühlen. Es ist deshalb Zeit, sich damit zu befassen, wie es künftig weitergeht. Hier … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Es brodelt wieder…

Seit Monaten schwelen in der Versorgerbranche Gerüchte um eine Konsolidierung. Vor allem die deutschen Konzerne stehen dabei im Mittelpunkt. Am Donnerstag war erneut die RWE-Tochter Innogy das Ziel der Spekulationen. Ein Verkauf ist zwar unwahrscheinlich, die Aktien haben dennoch deutlich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

RWE: Das drückt auf die Stimmung

Die RWE-Aktie hat sich zuletzt stark entwickelt und ein neues Jahreshoch bei 21,18 Euro erreicht. Am Montag zählt der Versorger im schwachen Marktumfeld allerdings zu den grtößten Verlierern im DAX. Die Ursache: Die Privatbank Berenberg hat ihre Kaufempfehlung gestrichen. mehr