E.on
- Maximilian Völkl

E.on und RWE: Schwarzer Mittwoch

Die Gewinnwarnung von Innogy schockt am Mittwoch den Versorgersektor. Nachdem die Aktien der Branche in diesem Jahr bislang sehr gut gelaufen sind, wurden viele Anleger von der schlechten Nachricht auf dem falschen Fuß erwischt. Im DAX tragen RWE und E.on deutlich die rote Laterne.

Bei RWE ist das Minus leicht erklärbar. Innogy selbst verliert nach der Gewinnwarnung aktuell rund zehn Prozent. Die 77-Prozent-Beteiligung an der Tochter hat damit innerhalb weniger Minuten rund 1,5 Milliarden Euro an Wert verloren. Insgesamt ist der Anteil noch 15,3 Milliarden Euro wert und damit mehr als RWE mit 11,6 Milliarden Euro insgesamt. Das Minus der Tochter schlägt entsprechend stark auf die Aktie durch.

Im Sog von RWE und Innogy ist allerdings auch E.on deutlich unter Druck geraten. Das Problem: Ähnlich wie Innogy konzentriert sich der Konzern auf die neue Energiewelt mit erneuerbaren Energien, Smart Home und E-Mobilität. Hier sind allerdings zunächst hohe Investitionen fällig, die auf den Gewinn drücken. Zudem sind die Wachstumsaussichten in den traditionellen Geschäftsfeldern Vertrieb und Stromnetze begrenzt. Ein weiteres Problem: Wie bei Innogy zählt der kriselnde britische Markt auch bei E.on zu den wichtigsten Auslandsaktivitäten.

Die Zinsangst

Bereits vor der Gewinnwarnung von Innogy waren Versorger am Mittwoch europaweit unter Druck geraten. Ursache war die Angst vor steigenden Zinsen. Das Problem: Einerseits nimmt die Attraktivität der Aktien ab. Versorger bieten in der Regel stabile Erträge und hohe Dividenden, was bei höheren Zinsen weniger stark gefragt ist. Andererseits müssen die Konzerne hohe Investitionen durchführen, deren Refinanzierung bei steigenden Zinsen teurer wird.

Eingetrübtes Bild

Durch die deutlichen Verluste hat sich das Chartbild bei den Versorgeraktien eingetrübt. Auch wenn die Perspektiven in der neuen Energiewelt langfristig unverändert gut sind, sollten Neueinsteiger in der Branche vorerst abwarten. Eine Gegenbewegung sollte allerdings zeitnah erfolgen. Investierte Anleger bleiben deshalb an Bord, beachten aber weiter die Stoppkurse.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Darum bleibt die Aktie ein klarer Kauf

Im Gegensatz zu vielen anderen Aktien sieht das Chartbild bei E.on auch nach der schwierigen Marktphase in den vergangenen Wochen nach wie vor gut aus. Mit dem Sprung über die 200-Tage-Linie hat der Versorger ein neues Kaufsignal generiert. Entsprechend groß ist die Zuversicht. Ein Experte zählt … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Darauf sollten Dividendenjäger achten

Traditionell zählen Versorgeraktien zu den defensiven Werten. Vor allem Dividendenjäger haben schon immer ein Auge auf die Energiebranche. Auch E.on zählt zu den Top-Dividendenzahlern. Nachdem inzwischen auch die Bilanz wieder aufpoliert wurde, steht hohen Ausschüttungen nichts mehr im Weg. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das ist ein starkes Zeichen

Nach dem jüngsten Rücksetzer nähert sich die E.on-Aktie der 9,00-Euro-Marke erneut an – nur dieses Mal von unten. Im anhaltend volatilen Marktumfeld bleiben Versorger als defensive Werte aber weiter gefragt. Für Rückenwind sorgt am Freitag zudem die Meldung über Insiderkäufe von Netzvorstand Thomas … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Macht das überhaupt Sinn?

Nach Abschluss der Innogy-Übernahme konzentriert sich E.on künftig auf Stromnetze und Kundendienstleistungen. Es wird eine radikale Strategiewende, denn damit entsagt der Versorger dem Erzeugergeschäft – jahrelang der Kern des Unternehmens. Auch das zukunftsträchtige Geschäft mit Erneuerbaren … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Auf diese Marken kommt es jetzt an

Es ist das gewohnte Bild. Im schwächeren Marktumfeld zählt die E.on-Aktie am Dienstag wieder zu den stärkeren Werten im DAX. Allerdings kann der Versorger an guten Tagen dafür meist weniger Plus einfahren als der Gesamtmarkt. Die Folge: Der DAX-Titel hängt unverändert im Bereich der 9,00-Euro-Marke … mehr