E.on
- Alfred Maydorn - Redakteur

E.on und RWE: Aktien feiern die 23-Milliarden-Atomparty

Die Aktien von E.on und RWE legen am Mittwochnachmittag kräftig zu und hätten sich fast an die Spitze des DAX gesetzt – wenn da Adidas nicht wäre. Aber die Aufschläge von über vier Prozent bei E.on und sogar über sieben Prozent bei RWE können sich durchaus sehen lassen. Hintergrund war der Beschluss eines Atom-Kompromisses, der für die beiden Energieversorger günstiger ausgefallen ist als erwartet. 

23,3 Milliarden Euro müssen E.on und RWE bis zum Jahr 2022 in einen öffentlich-rechtlichen Fonds einzahlen. Mit dem Geld soll die Zwischen- und Endlagerung des radioaktiven Abfalls finanziert werden. Diese Summe liegt am unteren Ende der Prognosen von 22 bis 26 Milliarden Euro. 

Die Börse ist begeistert

An der Börse wird davon gesprochen, dass sich E.on und RWE von den Kostenrisiken der Zwischen- und Endlagerung haben freikaufen können. Der Preis von 23 Milliarden Euro hierfür sei durchaus angemessen. Zudem bietet er eine gewisse Planungssicherheit. 

Der Aufwand für die Stilllegung und den Abriss der Atomkraftwerke bleibt allerdings bei E.on und RWE, sie müssen hier sämtliche Risiken tragen. Aber zumindest ein Problem ist jetzt gelöst – und das zu einem angemessenen Preis, wie die Reaktion der Aktienkurse zeigt. 

Beginn einer Trendwende?

Ob sich aus dem kurzfristigen Anstieg der beiden Aktien eine echte Trendwende entwickeln kann, bleibt indes abzuwarten. Beide Konzerne müssen neben der Bewältigung ihrer Altlasten auch ihre Neuausrichtung vorantreiben. Und das wird nach dem jahrelangen Verschlafen der Energiewende nicht ganz einfach.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: Das klingt spannend

Nach den Rekordverlusten 2016 waren die Bilanzen der deutschen Versorger deutlich angeschlagen. Dank der Abspaltungen von Uniper und Innogy und einer starken operativen Entwicklung hat sich die Situation für E.on und RWE inzwischen aber deutlich verbessert. Auch Investitionen scheinen wieder … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on vs RWE: Das ist der Favorit

Die zwei großen deutschen Versorger E.on und RWE haben beim Innogy-Deal zwar gemeinsame Sache gemacht. Noch stehen beide Konzerne aber im Wettbewerb miteinander, vor allem an der Börse wollen sich viele Anleger lediglich eine Versorger-Aktie ins Depot legen. Die Entscheidung ist nicht einfach. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das schreit nach Ausbruch

Seit den Zahlen Anfang August gab es kaum neue Meldungen rund um E.on. Nach der Konsolidierung hat sich inzwischen aber zumindest das Chartbild beim Versorger wieder deutlich aufgehellt. Ein Kaufsignal steht unmittelbar bevor, zweistellige Kurse könnten bald wieder möglich sein. mehr