E.on
- Maximilian Völkl

E.on-Tochter Uniper: Im Fadenkreuz der Finnen – was plant Fortum?

Der Versorger E.on will die Beteiligung an Uniper an den finnischen Wettbewerber Fortum verkaufen. Für den DAX-Konzern ist das lukrativ, der Kaufpreis von 22 Euro je Aktie dürfte rund 3,7 Milliarden Euro in die Kassen spielen. Bei Uniper ist die Skepsis aber groß. Das Angebot ist ungewöhnlich und schwer zu durchschauen.

Fortum müsste für das Angebot, das ohne Annahmeschwelle gelten soll, rund acht Milliarden Euro aufbringen. Viel Geld für einen Konzern, der selbst auf eine Marktkapitalisierung von gut 14 Milliarden Euro und einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro kommt. Doch auch ansonsten weist der Deal einige Fragezeichen auf. So haben Fortum-CEO Pekka Lundmark und E.on-Chef Johannes Teyssen den Uniper-Chef Klaus-Schäfer brüskiert, indem sie ihn nicht in die fortgeschrittenen Gespräche eingebunden haben.

Keine Rückendeckung

Uniper weist den Deal nach wie vor zurück und möchte lieber eigenständig bleiben. Es stellt sich aber auch die Frage, was Fortum mit der Übernahme bezweckt. Klar ist, dass die Finnen viel Geld übrig haben und auf der Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten sind. Laut ihrer eigenen Konzernstrategie wollen die Finnen allerdings CO2-frei agieren. Eine sinnvolle Ergänzung wären somit lediglich die Wasserkraftwerke von Uniper und die Beteiligungen an den schwedischen Atomkraftwerken. Die fossilen Kraftwerke blieben auf der Stecke (sie könnten unter Umständen an RWE gehen).

Eine weitere offene Frage ist, wie sich Fortum bei Uniper überhaupt positionieren will. Laut CEO Landmark handelt es sich nicht um eine Übernahme, sondern lediglich um ein Investment. Die volle Kontrolle werde demnach nicht angestrebt. Experten halten das aber für unwahrscheinlich. Wenn Fortum so viel investiert, lohnt sich dies nur bei einer Übernahme – auch wenn diese feindlich ist, sollte Lundmark hier klar Flagge zeigen.

Gut für die Aktien

Die Versorgeraktien sind wieder gefragt. Je nach Risikoneigung können Anleger zugreifen. E.on profitiert vom Uniper-Verkauf und kann sich mit einer gestärkten Bilanz für die neue Energiewelt wappnen. Die Aktie bleibt attraktiv. Mutige Anleger können bei Uniper nach wie vor auf ein höheres Übernahmeangebot spekulieren. Und auch Fortum ist interessant. Die Dividendenperle mit einer aktuellen Rendite von 6,9 Prozent ist mit Wasser- und Atomkraftwerken gut aufgestellt und blickt auch auf einen starken Kursverlauf zurück.

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