E.on
- Nikolas Kessler - Redakteur

E.on-Aktie: 60 Prozent Kurspotenzial?

Der Konzernumbau bei E.on nimmt Gestalt an. Am Montag hat der Energieriese weitere Details zur geplanten Aufspaltung bekannt gegeben. Am 1. Januar 2016 soll die neue Gesellschaft namens Uniper die Arbeit aufnehmen. Daraufhin hat Goldman Sachs seine Kaufempfehlung am Dienstag bestätigt – und sieht kräftiges Kurspotenzial.

Im Zuge des Konzernumbaus will E.on die Geschäftsfelder konventionelle Energiegewinnung, Energiehandel und Exploration abspalten. Die neu gegründete Gesellschaft soll den Namen Uniper tragen und vom bisherigen E.on-Finanzchef Klaus Schäfer geleitet werden. Mit rund 15.000 Mitarbeitern wird Uniper in die bisherige E.on-Zentrale in Düsseldorf einziehen. Das Kernunternehmen E.on wird dafür ins benachbarte Essen umziehen. Die rund 40.000 Mitarbeiter werden sich dort unter der Leitung des bisherigen Konzernchefs Johannes Teyssen auf die Bereiche erneuerbare Energien, Netze und Kundenservice konzentrieren.

Keine „Bad Bank“

Nach Ansicht des Unternehmens hat Uniper gute Aussichten am Markt. „Es ist noch nicht gesagt, wer in fünf Jahren erfolgreicher sein wird – E.on oder die neue Gesellschaft“, so Teyssen. Uniper soll schuldenfrei und mit den kompletten Rückstellungen für den Rückbau der Atomkraftwerke in Höhe von 14,5 Milliarden Euro ausgestattet sein. Damit stellt sich das Unternehmen seinen Kritiker, die befürchtet hatten, dass E.on eine Art „Bad Bank“ für konventionelle Kraftwerke schaffen will.

Goldman ist optimistisch

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die E.on-Aktie nach der Bekanntgabe der Details auf der „Conviction Buy List“ belassen. Die geplante Umstrukturierung dürfte zu einer Verdoppelung der Dividende für 2016 führen, schrieb Deborah Wilkens in einer Studie vom Dienstag. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau sieht die Analystin ein Aufwärtspotenzial von 60 Prozent.

An der Seitenlinie

Auch wenn E.on offenbar erste Fortschritte beim Konzernumbau macht, teil DER AKTIONÄR die positive Einschätzung von Goldman Sachs nicht. Zu unsicher ist derzeit der Ausgang der geplanten Aufspaltung. Anleger sollten die E.on-Aktie daher weiterhin meiden.

(mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on vs RWE: Das ist der Favorit

Im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur sind auch die deutschen Versorger deutlich unter Druck geraten. Sowohl E.on als auch RWE haben damit nach dem starken Jahr 2017 einen guten Teil der Gewinne abgegeben. Auf dem gesunkenen Niveau sind die Aktien aber auch wieder attraktiver bewertet. Ein klarer … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on und RWE: Blutbad, aber…

Der Einbruch an den Aktienmärkten hat alle Branchen und Assetklassen erfasst. Die Versorger haben sich im Vergleich zu anderen Werten verhältnismäßig stabil gezeigt. Defensive Titel sind im trüben Börsenumfeld wieder gefragt. Bei E.on gibt es zudem Neuigkeiten aus der Türkei. mehr