E.on
- Maximilian Völkl

E.on: Jetzt droht der große Knall

Durch die Übernahme der RWE-Tochter Innogy will E.on einen neuen Stromgiganten erschaffen. Aufgrund der hohen potenziellen Marktmacht nimmt die Kritik an dem Megadeal aber zu. Die Wettbewerber wollen kartellrechtlich gegen den Zusammenschluss vorgehen, die EU-Kommission hat ebenfalls schneller reagiert als gedacht.

Laut Handelsblatt hat die EU-Kommission keine 24 Stunden, nachdem E.on den Deal in Brüssel angemeldet hat, einen Fragekatalog an die Wettbewerber des Versorgers verschickt. Diese sollen sich dazu äußern, wie sich der Zusammenschluss auf das Geschäft mit Privatverbrauchern und Unternehmen, auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder etwa auf den Markt für den Betrieb intelligenter Stromzähler auswirken könnte.

Wettbewerber warnen

E.on bezeichnete den Katalog zwar als Teil des Standardverfahrens. Kritiker verwiesen jedoch auf die schnelle und umfassende Reaktion der Kommission. Zuvor hatte der Spiegel bereits berichtet, dass mehrere Stadtwerke und Rivalen wie der Ökostromanbieter Lichtblick gegen die Fusion vorgehen wollen. Nach Berechnungen von Lichtblick würde E.on bundesweit auf knapp zwei Drittel der Fläche über 70 Prozent der Stromkunden abdecken.

„Die Verbraucher in Deutschland müssten sich nach einem solchen Zusammenschluss auf deutlich höhere Energiepreise einstellen“, sagte etwa Gero Lücking von Lichtblick dem Spiegel. Durch die „enorme Marktmacht des neuen E.on-Konzerns erhielte der ohnehin rudimentär ausgeprägte Wettbewerb einen weiteren schweren Rückschlag.“

Gewinne laufen lassen

Es ist möglich, dass es Auflagen für die Fusion gibt. Ein komplettes Veto der EU bleibt aber unwahrscheinlich. Langfristig sind die Aussichten für E.on unverändert gut. Anleger lassen die Gewinne laufen, zweistellige Kurse scheinen zeitnah wieder möglich.

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