E.on
- Werner Sperber - Redakteur

E.on: Der Vorstand ist zwei Milliarden Euro schlecht; Börsenwelt Presseschau III

Die Fachleute von Focus Money erinnern an die Ankündigung von Dr. Johannes Teyssen Ende vergangenen Jahres. Demnach wolle der Vorstandsvorsitzende der E.on SE den Konzern aufspalten. Das Geschäft in Portugal, Spanien und vielleicht auch das in Italien soll verkauft werden. Diese E.on soll in der bisherigen Form als Energie-Konzern künftig nur mehr in der Türkei und einigen osteuropäischen Ländern tätig sein. Weiter soll E.on den Energie-Handel betreiben, die Energie-Netze und die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien. E.on soll zwei Drittel der Mitarbeiter und sämtliche Anleihen behalten.

Die noch von E.on abzuspaltende Firma soll bei der Hauptversammlung einen Namen bekommen. Dieses Unternehmen soll fossile Energieträger suchen und fördern, mit Energie handeln und in Gas-, Kohle- und Atomkraftwerken Strom erzeugen. Einen Teil, bis zu 50 Prozent, der Anteile der abzuspaltenden Firma will E.on den ursprünglichen Eigentümern, den E.on-Aktionären vorenthalten. E.on will diese Minderheitsbeteiligung zunächst selbst behalten und dann verkaufen. In der abzuspaltenden Firma sollen also all die Aktivitäten zusammengefasst werden, welche beispielsweise wegen der Kosten für den Rückbau der Atomkraftwerke oder den Kosten für die Lagerung des Atommülls teuer werden. Dr. Teyssen sagt, die abzuspaltende Firma bekommt genügend Geld von E.on und behalte auch die 14,5 Milliarden Euro, welche E.on für den Rückbau der Atomkraftwerke beiseite gelegt hat. Die abzuspaltende Firma ist für Anleger eine Wette auf genügend Möglichkeiten Gas-, Kohle- und Atomstrom zu hohen Preisen verkaufen zu können und für die Umwelt- und Gesundheitsgefahren für die Menschen sehr wenig zu zahlen.

Die Analysten der Bank MacQuarie schätzen, die abzuspaltende Firma könnte 80 Prozent der Gewinne als Dividende ausschütten und E.on 60 Prozent. Die Gesamtsumme der Dividenden könnte um ein Viertel höher sein als jetzt.

Der Ausbau der Stromnetze wird für Rest-E.on teuer und der Wettbewerb härter. Trotzdem muss Rest-E.on, also das Geschäft mit erneuerbaren Energien, viel profitabler werden. Ein echter Befreiungsschlag für E.on sieht anders aus, zumal durch die Abspaltung keine Werte frei werden. Zu viele Fragen sind offen. Zu begrenzt scheint das Potenzial. In der Aufstellung der geschätzten Werte der einzelnen Konzernteile der jetzigen E.on steht unter der Position "Management usw. " ein Betrag von minus 2,25 Milliarden Euro. Allerdings wird trotz der enormen Bedenken der Fachleute von Focus Money als Wert für E.on ein Betrag von 10,30 Euro je Aktie angegeben.

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