E.on
- Thorsten Küfner - Redakteur

E.on: Das Drama geht weiter, Aktie verliert 7 Prozent

E.on richtet sich auf hohe Milliardenausgaben für die Finanzierung des Atomausstiegs ein. Das Unternehmen nannte als erster deutscher Energiekonzern eine grobe Schätzung von zehn Milliarden Euro. In etwa diese Summe müsste E.on in den geplanten Staatsfonds für die Zwischen- und Endlagerung von Atommüll einzahlen.

Noch sei in den Gesprächen mit Berlin aber vieles offen. Das Alltagsgeschäft läuft unverändert schlecht. Allerdings gab es im ersten Quartal einen kleinen Lichtblick durch einen Einmalgewinn im Gasgeschäft. Eine Summe in der genannten Größenordnung bedeute enorme Belastungen, sagte Finanzchef Michael Sen. Als Folge müssten Zukunftsinvestitionen möglicherweise gestreckt werden "oder wir müssen uns anderer Mittel bedienen, um Kapital in das Unternehmen zu holen". Möglich seien auch "Verkäufe von Randthemen" im Konzern. Eine Kapitalerhöhung wollte Sen auf Nachfrage ausdrücklich nicht ausschließen.

Operativer Gewinn erneut gesunken
Im ersten Quartal konnte E.on dank des Sondergewinns von rund 400 Millionen Euro aus neu verhandelten Lieferverträgen mit dem russischen Gasriesen Gazprom den operativen Gewinn (Ebitda) um acht Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich stand ein Zuwachs des Überschusses von zehn Prozent auf 1,17 Milliarden Euro.
Ohne den Sondereffekt hätte sich die Talfahrt angesichts des in den ersten Monaten des Jahres noch einmal verschärften Verfalls der Strompreise aber weiter fortgesetzt. So sackte der operative Gewinn der Großkraftwerke um fast 30 Prozent ab.

Aktie schmiert ab
Im Zuge der prognostizierten Kosten für de Atomausstieg und der wenig erfreulichen Quartalszahlen gerät die Aktie von E.on erneut unter Druck. DER AKTIONÄR rät nach wie vor vom Kauf der DAX-Titel ab.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Der Wettbewerb ist hart

Es bleibt dabei: Die E.on-Aktie hängt seit Januar im Seitwärtstrend fest. Im schwächeren Marktumfeld ist die jüngste Attacke auf den oberen Begrenzungsbereich zwischen 7,40 und 7,60 Euro erneut gescheitert. Die Unterstützung bei 6,80 Euro rückt wieder näher. Auch operativ gab es zuletzt einen … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Fliegende Windräder – was steckt dahinter?

Der Versorger E.on will in fliegende Windräder investieren. Damit soll günstiger Ökostrom produziert werden. Die E-on-Aktie reagiert am Dienstag zwar zunächst negativ auf die angekündigten Investitionen. Der Ausbruch aus dem Seitwärtstrend lässt damit weiter auf sich warten. Langfristig bietet die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Darauf kommt es jetzt an

Der entscheidende Impuls fehlt bei E.on nach wie vor. Seit Anfang des Jahres pendelt die Aktie des Versorgers in einem Seitwärtstrend zwischen 6,80 und 7,60 Euro. Die jüngsten Kapitalmaßnahmen hat die Aktie zwar gut verkraftet. Im skeptischeren Marktumfeld fehlt dem DAX-Titel nun allerdings der … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das sind die Alternativen

Die Übernahmegerüchte in der Energiebranche reißen nicht ab. Viele Szenarien werden durchgespielt. Alleine für E.on gibt es verschiedene Optionen, wie die Konsolidierung vonstattengehen könnte.„Es werden sich in Europa einige Gelegenheiten ergeben“, befeuerte Enel-Chef Francesco Starace zuletzt die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Das hört man gerne

Seit der Kapitalerhöhung zeigt der Trend bei E.on deutlich nach oben. Im freundlichen Marktumfeld kann der Versorger am Mittwoch weiter zulegen. In der neuen Energiewelt will der Versorger auch mit starken Solarlösungen punkten. Für seine Entwicklung erhält der DAX-Konzern sogar Lob von einem … mehr