E.on
- Nikolas Kessler - Redakteur

E.on-Aktie unter Druck – Verkauf von Öl- und Gasfeldern?

Beflügelt von der Hoffnung auf eine Lösung im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern hat der DAX am Dienstag seine Vortagesgewinne ausgebaut. Zu den wenigen Verlierern gehörte auch der Energieriese E.on. Neben Gerüchten über einen Verkauf von Öl- und Gasfeldern hat auch ein Analystenkommentar auf die Stimmung gedrückt.

Insidern zufolge will sich E.on im Rahmen des Konzernumbaus von Öl- und Gasfeldern in der Nordsee und in Algerien trennen. Rund zwei Milliarden Dollar sollen dabei herausspringen. Der offizielle Startschuss für den Verkaufsprozess werde in den kommenden Wochen fallen. Das Unternehmen soll aber bereits mehreren potenziellen Käufern Einblick in Unterlagen über das Förderungsgeschäft im Ausland gegeben haben, sagten mehrere Banker und Branchenvertreter. Ein E.on-Sprecher wollte bislang lediglich eine „strategische Prüfung“ des Geschäftsbereichs bestätigen, an deren Ende mehrere Optionen denkbar seien.

Aus für schwedischen Reaktor

Auch bei der Gewinnung von Atomstrom schaltet E.on einen Gang zurück. Der Konzern hat am Dienstag das Aus für zwei der drei Reaktoren des schwedischen Atomkraftwerks Oskarshamn bekanntgegeben. Grund für die Entscheidung sei die zu geringe Profitabilität der Anlage. Im Zuge des Atomausstiegs in Deutschland geht am kommenden Samstag (27. Juni) außerdem das AKW im unterfränkischen Grafenrheinfeld vom Netz.

Weiter sinkende Preise

Mit Blick auf voraussichtlich weiter sinkende Strompreise in Zentraleuropa hat Analyst Ingo Becker von Kepler Cheuvreux seine Gewinnschätzung für E.on reduziert. Deshalb hat Becker sein „Reduce“-Rating bestätigt und das Kursziel von 12 auf 11 Euro gesenkt.

 

Aktie meiden

Trotz der leichten Verbesserung in der Vorwoche bleibt das Chartbild stark angeschlagen. Ob der große Konzernumbau von Erflog gekrönt sein wird, ist ebenfalls völlig offen. Anleger sollten die E.on-Aktie daher weiterhin meiden.

(Mit Material von dpa-AFX)

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Uniper soll weg – so schnell wie möglich

Seit der Abspaltung von E.on hat sich die Aktie von Uniper glänzend entwickelt. Die Tochter, die sich auf die konventionellen Kraftwerke fokussiert, ist heute über 50 Prozent mehr wert als beim Börsengang. Die Zukunftsfähigkeit bleibt allerdings offen, zudem passt Uniper nicht ins „grüne Portfolio“ … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Keine Panik!

Nach den Zahlen hat die E.on-Aktie zu Beginn dieser Woche deutlich zugelegt. Am Donnerstag zählt der Versorger allerdings zu den schwächeren Werten im DAX. Anleger sollten deshalb aber nicht in Panik verfallen. Nach der Hauptversammlung gestern wird der Titel ex-Dividende gehandelt. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

E.on: Teyssen muss liefern – sonst wird es eng

Nach der Zahlenvorlage am Dienstag stand bei E.on heute mit der Hauptversammlung gleich das nächste Highlight an. Konzernchef Johannes Teyssen musste dabei den Rekordverlust von 16 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erklären. Zudem nahm er erneut Stellung zur Forderung, dass das Netzgeschäft … mehr