Drillisch
- Martin Weiß - Leitender Redakteur

Drillisch: Zu schnell, zu tief, zu billig

Die Aktie des Mobilfunk Discounters hat binnen kürzester Zeit dramatisch an Wert verloren. Der zuletzt gute Newsflow wird von den Anlegern vöölig ignoriert. Das eröffnet jetzt die Chance, bei einem der Top-Titel im TecDAX günstig zum Zug zu kommen.

Aktuell gewinnt die Drillisch-Aktie 3,4 Prozent an Wert - ein Klacks, wenn man die atemberaubenden Verluste seit Anfang August von in der Spitze 35 Prozent berücksichtigt. Das Papier ist in den Abwärtssog des Gesamtmarktes gerissen worden und bietet längerfristig agierenden Investoren nun ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Aber auch Trader kommen bei dem Titel voll auf ihre Kosten.

Aktie zum Spottpreis

Einer der Gründe, weshalb die internationalen Märkte derzeit regelrecht kollabieren, ist die Angst vor einer neuen Wirtschaftskrise. Allerdings gilt  Drillisch mit seinem auf Discount-Produkte spezialisierten Geschäftsmodell in einem solchen Fall als möglicher Profiteur.

Operativ läuft es für Drillisch im laufenden Jahr nach Plan. Der Konzern meldete Ende vergangener Woche vorab zwar einen Q2-Umsatz leicht unterhalb der Erwartungen. Der Rückgang auf 80,1 Millionen Euro resultiert jedoch aus der Aufgabe unrentabler Kundenverträge. Insgesamt überzeugte Drillisch die Analysten mit einer stark verbesserten Ergebnisqualität auf der ganzen Linie.

Durch den Kurseinbruch haben sich die Kennziffern ebenfalls deutlich verbessert. So weist die Aktie auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne ein KGV von 8 auf.

Die Dividendenrendite erreicht mit mehr als zwölf Prozent einen absoluten Spitzenwert und sollte den Titel nach unten absichern.

Fazit: Längerfristig sollte die Drillisch-Aktie wieder deutlich höher stehen. Kurzfristig bietet das Papier Tradern allerdings ebenfalls Potenzial - sofern Drillisch die aktuellen Kursgewinne bis zur Schlussglocke verteidigt. In diesem Fall bildet sich eine aus charttechnischer Sicht wichtige Trendumkehrformation (Kaufsignal), die kurzfristig einen weiteren Anstieg erwarten lässt.

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| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

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