DAX
- Thorsten Küfner - Redakteur

Dreht die EZB den Geldhahn noch weiter auf?

Die EZB dürfte nach Einschätzung von Experten der US-Investmentgesellschaft Pimco die Regeln für ihr milliardenschweres Wertpapierkaufprogramm QE lockern und künftig mehr Staatspapiere südeuropäischer Länder kaufen. "Wir gehen davon aus, dass die EZB den Kapitalschlüssel für die Käufe aufweichen wird und künftig mehr Anleihen der Euro-Südländer kauft", sagte Pimco-Anlagestratege Andrew Bosomworth dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe).

Weit mehr als die Hälfte der Bundesanleihen rentierten derzeit unter dem negativen Einlagensatz der EZB von minus 0,4 Prozent, sagte Bosomworth. "Bundesanleihen werden so für die EZB langsam knapp." Denn die EZB darf keine Anleihen kaufen, die unter dem Einlagensatz rentieren. Außerdem ist es untersagt, mehr als 33 Prozent einer Staatsanleihe zu kaufen.
Um diesem Problem beizukommen, sei eine Aufweichung der QE-Regeln trotz möglichen politischen Gegenwinds der Weg des geringsten Widerstands, so der Experte. Gegen eine weitere Absenkung des Einlagensatzes sprächen negative Folgen für die Banken.

Schon im Juni debattiert
Bereits Ende Juni hatte es Medienberichte mit Bezug auf informierte EZB-Kreise gegeben, wonach die Notenbank eine Lockerung der QE-Regeln in Erwägung ziehe. Man wolle damit sicherstellen, dass nach dem Brexit-Referendum genügend Anleihen zum Kauf zur Verfügung stünden, hieß es. Die Vorschläge seien aber im Rat sehr umstritten, denn die Notenbank könnte in den Verdacht der Staatsfinanzierung geraten.

Die EZB kauft derzeit im Rahmen ihres Anleihekaufprogramms monatlich Papiere im durchschnittlichen Wert von 80 Milliarden Euro. Sie will damit die Konjunktur stützen und die Inflation nach oben treiben.

Aktien und Gold kaufen
Es dürfte spannend werden, ob die EZB tatsächlich zeitnahe ihre Geldpolitik noch weiter lockert. Aktien und vor allem Gold bleiben vor diesem Hintergrund natürlich weiterhin hoch attraktiv. Wo sich gerade jetzt der Einstieg lohnt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 28/2016.

(Mit Material von dpa-AFX)

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