DAX
- Maximilian Völkl

Draghi macht's wie Yellen - DAX schnauft durch

Nach den starken Tagen zuletzt kann der DAX das Tempo am Donnerstag nicht halten. Obwohl der Euro erstmals wieder unter die 1,17-Dollar-Marke gefallen ist, kann der deutsche Leitindex davon nicht profitieren. Anleger müssen sich somit weiter gedulden, bis der charttechnische Seitwärtstrend überwunden werden kann.

Im Fokus stand am Donnerstag das Sitzungsprotokoll der EZB. Die Notenbanker haben die Entscheidung über die Geldpolitik auf den Herbst verschoben und wollen auch bei der Kommunikation vorsichtiger werden. Wegen des starken Wirtschaftswachstums zeigen sie sich aber zuversichtlicher als zuvor, dass das Inflationsziel erreichbar ist. Für eine grundlegend stärkere Inflationsdynamik sieht der EZB-Rat aber - ähnlich wie auch die Fed in den USA - nach wie vor nicht ausreichend Anhaltspunkte.

Die Notenbanker zeigten sich zudem beunruhigt, dass der Euro in der Zukunft zu teuer werden könnte. Im Protokoll hieß es deshalb wortwörtlich: „Es gab breite Übereinstimmung darüber, dass eine stetige Geldpolitik der ruhigen Hand weiter notwendig ist.“ Hintergrund: Seitdem EZB-Chef Mario Draghi bei einer Rede Ende Juni mit einer angedeuteten Lockerung der Geldpolitik eine Euro-Rallye ausgelöst hat, achtet die Notenbank genauestens auf Formulierungen bezüglich einer möglichen Straffung.

Stopp beachten

Der Euro dürfte dem DAX in den kommenden Wochen weiter die Richtung vorgeben. Nach oben bleiben der kurzfristige Abwärtstrend bei rund 12.290 Punkten sowie der horizontale Widerstand bei 12.320 Punkten im Fokus. Gelingt der Sprung über diese Marken wäre der Weg nach oben frei. Ein erneuter Test der 200-Tage-Linie bei 11.967 Punkten ist aber ebenfalls weiter möglich – vor allem wenn es erneut zu Spannungen in der Nordkorea-Krise kommt. Anleger beachten beim Short mit der WKN DD0NJP den Stopp bei 7,25 Euro.

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