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Dortmund: Neuanfang ohne Meier

Die Borussia Dortmund und die GmbH und Co. KGaA werden den im Juni auslaufenden Vertrag mit Michael Meier nicht verlängern.

Die Borussia Dortmund und die GmbH und Co. KGaA werden den im Juni auslaufenden Vertrag mit Michael Meier nicht verlängern.

Von Werner Sperber

Der zum 30. Juni 2005 auslaufende Vertrag zwischen der Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, der persönlich haftenden Gesellschafterin der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA, und ihrem Geschäftsführer Michael Meier wird nicht verlängert. Sein Amt als geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BV Borussia Dortmund 09 e.V. wird Meier zum 30. Juni 2005 zudem zur Verfügung stellen. So lautete die ad-hoc-Meldung, die der Traditionsverein gegen 14.40 Uhr veröffentlichte. Meier geht und die Aktie des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins läuft, läuft nach oben, denn Meier wird für die katastrophale Finanzmisere der Fußballgesellschaft zu einem erheblichen Teil mitverantwortlich gemacht. Der Kurs der Aktie stieg um etwa 14.50 Uhr 2,33 Euro auf 2,48 Euro, immerhin ein Plus von fast 6,5 Prozent.

Im Sinne eines Neuanfangs...

Borussia-Vereins-Vorstands-Vorsitzender Dr. Reinhard Rauball sagt: "Der Präsidialausschuss hielt es im Sinne eines kompletten Neuanfangs in der Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA für geboten, diesen Schritt zu vollziehen. Michael Meier sagt: "Ich wäre bereit gewesen, mich auch weiterhin in den Dienst der Borussia zu stellen. Ich werde weiterhin bis zum letzten Arbeitstag für Borussia Dortmund alles geben, so wie ich mich in den vergangenen 15 Jahren beim BVB mit vollem Engagement für diesen Verein eingesetzt habe. Mir war es wichtig, die Sanierung zur Zukunftssicherung von Borussia Dortmund auf den Weg gebracht zu haben."

Was heißt hier Sanierung?

Dass überhaupt etwas auf den Weg gebracht worden ist, ist für die HypoVereinsbank nicht klar, in einem Gutachten der HVB von Peter-Thilo Hasler wird bezweifelt, dass "die Aktivitäten überhaupt den Namen Sanierung verdienen." Dortmund-Analyst Peter-Thilo Hasler, warnte schon im Winter 2003 vor dem Finanzdebakel in Dortmund und lag seither mit seinen Einschätzungen richtig. Hasler schreibt, dass der mit der Commerzbank-Tochter "Molsiris" vereinbarte Teilrückkauf des Westfalenstadions zwar "zu einer kurzfristigen Entlastung des Liquiditätsengpasses" führe, dass aber die Aktion ansonsten stark an die schon unter dem Duo Niebaum/Meier übliche Geschäftspolitik erinnere, "Zahlungsströme in die Zukunft zu verlagern". Die gefundene Lösung sei ein "Pyrrhussieg". "Echte Sanierungsschritte", so das Gutachten, "vermögen wir selbst zwei Jahre nach Beginn der Krise nicht zu erkennen."

Wie steht es um die Kosten?

Hasler fehlen vor allem massive Kostensenkungen. Zudem war bekannt geworden, dass auf Grund von fragwürdigen Transaktionen mit einem Aktienpaket auch der eingetragene Verein BVB einen Schuldenstand von etwa sieben Millionen Euro aufweist. Diese Verbindlichkeiten waren im Schatten der rund hundert Millionen Schulden der börsennotierten KGaA weitgehend unbeachtet geblieben. Sowohl BVB-Präsident Rauball als auch Sanierer Jochen Rölfs hatten am Montag angedeutet, dass im Falle einer Pleite der AG auch die Existenz des Traditionsvereins BVB gefährdet sei. Der HypoVereinsbank-Mann stufte das Kursziel der BVB-Aktie radikal auf nur noch 1,60 Euro herunter.

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