ZIOPHARM ONCOLOGY
- DER AKTIONÄR

Dornröschen im Labor

Das zur Neige gehende Jahr 2006 war für die kleine US-Biotech-Firma Ziopharm in jeder Hinsicht ein wegweisendes. Im September wurde das New Yorker Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten spezialisiert hat, an der Technologiebörse Nasdaq gelistet. Anfang November stärkte Ziopharm zudem seine Produktpipeline durch den Kauf eines vielversprechenden Wirkstoffs vom Pharmaunternehmen Baxter.

Kaum ein Anleger hat bis jetzt die kleine US-Firma Ziopharm auf der Rechnung. Dabei schlummert in der Aktie jede Menge Potenzial.

Das zur Neige gehende Jahr 2006 war für die kleine US-Biotech-Firma Ziopharm in jeder Hinsicht ein wegweisendes. Im September wurde das New Yorker Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten spezialisiert hat, an der Technologiebörse Nasdaq gelistet. Anfang November stärkte Ziopharm zudem seine Produktpipeline durch den Kauf eines vielversprechenden Wirkstoffs vom Pharmaunternehmen Baxter.

Drei Hoffnungsträger

Insgesamt verfügt Ziopharm über drei experimentelle Wirkstoffe, die sich bereits in klinischen Phasen der Entwicklung befinden. In Phase-I- und -II-Tests werden die beiden Kandidaten ZIO-101 und ZIO-201 auf ihre Eignung zur Therapie verschiedener Krebsarten wie Blutkrebs, solide Tumore und Sarkome geprüft. Das Marktpotenzial für die beiden Medikamente taxiert Ziopharm selbst auf etwa 800 Millionen Dollar jährlich. Ähnlich großes Potenzial dürfte auch der Wirkstoff Indibulin haben, den Ziopharm kürzlich von Baxter Healthcare einlizenzierte und der zukünftig unter dem Namen ZIO-301 weiterentwickelt werden soll. Mit dem Mittel will Ziopharm in den Markt der sogenannten Taxane vordringen, die seit rund zehn Jahren als Chemotherapeutika in der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Dabei setzt Ziopharm vor allem darauf, dass ZIO-301 letztlich deutlich weniger schwerwiegende Nebenwirkungen hat als die Taxane. Sollte sich diese Hoffnung bestätigen, dürfte bei Ziopharm die Kasse klingeln. Immerhin wird der weltweite Markt für Taxane von Experten auf rund drei Milliarden Dollar jährlich geschätzt.

Gut finanziert

Bei einem aktuellen Börsenwert von rund 79 Millionen Dollar verfügt Ziopharm über Cash-Reserven in Höhe von knapp 35 Millionen Dollar. Auch wenn sich die Burn-rate von derzeit etwas über zehn Millionen Dollar jährlich aufgrund steigender Ausgaben für die klinische Entwicklung der drei Produktkandidaten erhöhen dürfte, sollte die Finanzierung damit zumindest für die kommenden beiden Jahre gesichert sein. Bis das Unternehmen nennenswerte Umsätze verzeichnet oder sogar die Gewinnzone erreicht, werden jedoch noch einige Jahre vergehen.

Spekulativ kaufen

Die Aktie von Ziopharm ist ein sehr spekulatives Investment, das bislang nur wenige Anleger auf dem Zettel haben. Der Kurs dümpelt derzeit im Bereich von fünf Dollar vor sich hin. Doch wenn in den kommenden Monaten positive Meldungen aus den Labors kommen, dürfte das Papier aus seinem Dornröschenschlaf erwachen. Sehr risikobereite Investoren mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont legen sich bereits jetzt einige Stücke als Beimischung ins Depot.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2006.

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