ZOLTEK COS
- DER AKTIONÄR

Doppelt Kohle machen

Kohlefasern laufen dem einstigen Hightech-Wunder jedoch immer mehr den Rang ab. Der Verbundwerkstoff ist leichter, je nach Herstellung etwa drei Mal so steif wie sein Pendant, kann aber auch hochflexibel hergestellt werden. Das sind ideale Voraussetzungen für die Luftund Raumfahrt, beispielsweise bei Flugzeugtragflächen.

Kohlefaser gilt als Werkstoff der Zukunft. Produzent Zoltek bringt das ungeahnte Wachstumsperspektiven - Aktionären winkt eine tolle Rendite.

Lange Zeit galt Glasfaser als die Revolution im Bereich neuer Materialien. Die Vorteile von Kohlefasern laufen dem einstigen Hightech-Wunder jedoch immer mehr den Rang ab. Der Verbundwerkstoff ist leichter, je nach Herstellung etwa drei Mal so steif wie sein Pendant, kann aber auch hochflexibel hergestellt werden. Das sind ideale Voraussetzungen für die Luft-und Raumfahrt, beispielsweise bei Flugzeugtragflächen. Ein weiterer Vorteil ist die fast unbegrenzte Formbarkeit – das macht sich die Automobilbranche zunutze, wenn die Grenzen von Blech ausgereizt sind. Die genannten Vorteile kommen auch immer öfter bei den Rotorblättern von Windkraftanlagen zum Zuge.

Enormer Bedarf

Der US-Konzern Zoltek kann die weltweit hohe Kohlefasernachfrage, etwa von Kunden wie den Windturbinenherstellern Vestas und Gamesa aber auch dem Autobauer BMW, fast nicht mehr stemmen. Deswegen baut das Unternehmen derzeit die Kapazitäten im ungarischen Werk aus. Gerade rechtzeitig, denn Vestas plant angeblich die Erweiterung eines bisherigen Liefervertrages um bis zu 100 Millionen Dollar.

Große Pläne

Vorstandsvorsitzender Rumy Zsolt verfolgt ehrgeizige Ziele: Im Geschäftsjahr 2008 (30. September) möchte er 250 Millionen Dollar umsetzen, bis 2010 sogar 500 Millionen Dollar. Davon ist die Firma noch weit entfernt, das erste Halbjahr 2007 zeigt jedoch, dass die Richtung stimmt: Der Umsatz kletterte im Vergleichszeitraum um mehr als 60 Prozent auf 67 Millionen Dollar. Noch wichtiger ist die Verringerung des Verlustes. Standen 2006 noch 66 Millionen Dollar zu Buche, sind es aktuell noch 5,7 Millionen Dollar. Bis zum Jahresende will der Konzernlenker erstmals seit 1998 wieder Profit einfahren – DER AKTIONÄR rechnet mit 0,75 Dollar Gewinn je Anteilschein.

Zukunft im Visier

Mit einem KGV von 23 ist das Zoltek-Papier kein Schnäppchen mehr. Die starke Nachfrage aus Branchen wie der Windenergie nach Kohlefasern verspricht aber hohe Wachstumsraten. Die Aussicht auf den Turnaround sollte den Aktienkurs ebenfalls beflügeln. Die Aktie ist ein klarer Kauf.

Kursziel bei Zoltek: 37,00 Euro. Stopp: 20,30 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 22/2007.

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