Drillisch
- Maximilian Völkl

Dividendenperle Drillisch unter Druck: Rücksetzer als Einstiegschance?

Der Mobilfunkanbieter Drillisch trägt am Donnerstag die rote Laterne im TecDAX. Die Gegenbewegung nach dem monatelangen Abwärtstrend gerät damit ins Stocken. Grund für die Kursausschläge sind die veröffentlichten Zahlen und ein überraschender Führungswechsel.

Im Vergleich zum Vorjahr legten die Erlöse von Drillisch dank der Zukäufe sogar auf mehr als das Doppelte zu und betrugen 2015 629,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg wie bereits angekündigt deutlich weniger stark als der Umsatz um ein knappes Viertel auf 105,6 Millionen Euro. Die Dividende soll von 1,70 Euro je Aktie auf 1,75 Euro steigen - womit Drillisch erneut mehr ausschütten würde, als unterm Strich verdient wurde. Auf dem aktuellen Niveau entspricht dies einer Rendite von knapp 4,5 Prozent.

Mit den Zukäufen der ehemaligen Telefonica-Deutschland-Tochter Yourfone sowie des Händlers The Phone House hat sich der Konzern inzwischen auch ein Standbein auf den Einkaufsstraßen zugelegt. Die Zahl der Mobilfunk-Kunden wuchs auch dadurch um ein knappes Drittel auf 2,68 Millionen. Ohne eigenes Mobilfunknetz konzentriert sich Drillisch weiter auf Kunden mit Inklusiv-Paketen von Sprachminuten, mobilem Internet und SMS. Zudem wird stark in den Aufbau des Ladennetzes und in die Bekanntheit von Online- wie Offline-Marken investiert.

So geht es weiter

Für das laufende Jahr bestätigte Drillisch die Prognose, ein EBITDA zwischen 115 und 120 Millionen Euro einfahren zu wollen. Die Dividende soll auch für 2016 weiter mindestens 1,70 Euro betragen. Zudem wird es zum 1. Juli einen Wechsel an der Unternehmensspitze geben. Der Sprecher des Vorstandes, Paschalis Choulidis, legt sein Amt aus persönlichen Gründen zum 30. Juni nieder. Er wird aber weiter im Aufsichtsrat tätig sein. Nachfolger wird sein Bruder und Vorstandskollege Vlasios Choulidis.

Ausbruch abwarten

Die Zahlen und vor allem der überraschende Führungswechsel kommen am Markt nicht gut an. Dabei ist der Umsatzsprung durchaus erfreulich. Es zeigt: Drillisch ist auf dem richtigen Weg. Durch die Zukäufe hat sich der Konzern breiter aufgestellt und dürfte die Wachstumsstory bald fortschreiben. Für ein Investment spricht auch die attraktive Dividende. Anleger sollten vor einem Einstieg aber abwarten. Bei knapp 36 Euro trifft die Aktie auf eine starke Unterstützung.

(Mit Material von dpa-AFX)

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