Lufthansa
- Fabian Strebin - Redakteur

Lufthansa-Konkurrent kappt Jahresprognose: Was macht die Kranich-Aktie?

Bei den europäischen Airlines jagt eine Negativmeldung die Nächste. Mit IAG hat nun die Letzte der drei großen Linien-Gesellschaften beim Ausblick  gepatzt. Wie geht es nun bei der Lufthansa weiter?

Die Lufthansa selbst und Air-France-KLM hatten ihre Prognosen für das Gesamtjahr bereits gesenkt. Nun zieht die dritte europäische Flugliniendachgesellschaft IAG, zu der beispielsweise Iberia und Britisch Airways gehören, nach. Statt einem Gewinnzuwachs von bisher 40 Prozent für das laufende Jahr, wird nun nur noch ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Die Probleme sind nicht unbedingt neu, aber teilweise hausgemacht.  Neben dem kommenden Austritt der Briten aus der EU und der allgegenwärtigen Terrorgefahr sind es auch selbstverschuldete Überkapazitäten. In den letzten Monaten hatten die europäischen Airlines ihr Angebot schrittweise erhöht. Das rächt sich nun, da die Kunden wegbleiben.

Analysten skeptisch

Bei den Analysten hat die Aktie der Lufthansa auch keinen leichten Stand. Das durchschnittliche Kursziel beträgt 10,58 Euro, was knapp unter dem aktuellen Kurs liegt. Die Hälfte der Experten rät zum Verkauf der Papiere. Das Bankhaus Lampe sieht bei der Lufthansa neben den Branchenproblemen noch andere Baustellen, die angegangen werden müssen. Der Tarifstreit bei den Piloten und die große Abhängigkeit vom Zubringerservice zum Drehkreuz Frankfurt belasten zusätzlich. Mit 10,20 Euro liegt das Kursziel von Analyst Stephan Bauer noch unter dem Durchschnitt.

Weitere Turbulenzen möglich

Morgen gibt die Lufthansa ihre Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 bekannt. Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr will sich auch zu den herausfordernden Rahmenbedingungen für sein Unternehmen äußern. Anleger dürfen gespannt sein. Bei einer aktuellen Dividendenrendite von 4,7 Prozent und einem KGV von fünf ist die Lufthansa-Aktie spottbillig. Allerdings täuscht die Bewertung darüber hinweg, dass man vor großen Herausforderungen steht, die Konkurrenten bisher besser wegstecken. Der AKTIONÄR rät auch weiterhin von einem Engagement bei der Lufthansa ab. Aussichtsreicher ist hingegen Ryanair.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Lufthansa: Kursziel um 140 Prozent erhöht!

Die Experten von RBC Capital haben die Aktie der Lufthansa erneut näher unter die Lupe genommen. Und das Ergebnis lässt wirklich aufhorchen. Denn Analyst Damian Brewer hat die Einstufung von „Sector Perform“ auf „Outperform“ und das Kursziel sogar von 12,50 auf 30,00 Euro angehoben – das ist eine … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Easyjet: Comeback-Chance nach der Wahl

Über viele Jahre hinweg lief es für den britischen Billigflieger Easyjet ausgezeichnet. Dann kam der Brexit-Entscheid und damit auch viele Unsicherheiten. Zudem geriet der Kurs nach den britischen Unterhauswahlen erneut unter Druck. Mutige Anleger mit einem langen Atem dürften an der Aktie dennoch … mehr
| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Ryanair: Irischer Überflieger

Der irische Billigflieger Ryanair ringt dank seiner nahezu unschlagbar günstigen Preise den Rivalen, Lufthansa, Air Berlin und Co stetig weitere Marktanteile ab. Die Anteilscheine haben erst kürzlich ein neues Allzeithoch markiert. Und immer noch hat der Aktienkurs reichlich Luft nach oben! mehr