Deutsche Bank
- Nikolas Kessler - Redakteur

Deutsche Bank: Soros wagt den Big Short

Die Deutsche Bank hat einen neuen Gegenspieler. Der Starinvestor George Soros will nun auch vom Absturz des Geldhauses an der Börse profitieren und hat die Brexit-Turbulenzen zum Aufbau einer riesigen Short-Position genutzt.

Kurz nach dem britischen Votum für einen EU-Austritt am vergangenen Freitag hat Soros über seinen Hedgefonds Soros Fund Management eine rund 100 Millionen Euro schwere Wette auf einen weiteren Kursverfall der Aktie der Deutschen Bank platziert. Das Berichtet die Zeitung Die Welt unter Verweis auf einen entsprechenden Eintrag im Bundesanzeiger, wo seit 2012 Leerverkäufe deutscher Aktien ab einem Volumen von 0,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals veröffentlicht werden müssen.

Eine Position in gleicher Größenordnung gegen die Deutsche Bank ging am Freitag auch der Londoner Hedgefonds Marshall Wace ein.

Aktie fällt auf Allzeittief

Die Short-Spekulation hat sich gelohnt: Seit sich am letzten Freitag herauskristallisiert hat, dass sich eine Mehrheit der Briten für den Austritt aus der EU entschieden hat, ist die Aktie der Deutschen Bank um mehr als 20 Prozent eingebrochen und dabei auf ein historisches Tief gefallen. Zuvor hatte Soros für den Brexit-Fall noch vor einer schweren Banken-Krise gewarnt.

Aktie meiden

Im freundlichen Gesamtmarkt kann die Deutsche-Bank-Aktie am Dienstagvormittag gut vier Prozent zulegen und sich damit etwas von ihrem gestrigen Tiefststand lösen. Wegen der unklaren Brexit-Folgen und des schwachen Chartbildes sollten Anleger allerdings weiter an der Seitenlinie bleiben.

Trader, die auf einen Rebound der gebeutelten Finanztitel setzten wollen, sollten eher einen Blick auf die Aktie der Commerzbank werfen, auf die DER AKTIONÄR auch im Aktien-Musterdepot setzt.

(Mit Material von dpa-AFX)

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