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- DER AKTIONÄR

Volkswagen trickst weiter: So hoch könnten die Strafzahlungen ausfallen – Aktie im Rückwärtsgang

Vor Wochen hatte DER AKTIONÄR auf die nächste Hürde der VW-Aktie hingewiesen. Im Bereich von 142,90 Euro hat das Papier in den letzten Tagen den Rückwärtsgang eingelegt. Gepaart mit dem schwachen Marktumfeld sorgen neue Informationen zur Bewältigung des Abgas-Skandals für zusätzlichen Druck auf den DAX-Titel.

Laut einem Pressebericht muss Volkswagen in den USA voraussichtlich ein Fünftel der von den Abgas-Manipulationen betroffenen Autos zurücknehmen. Das wären gut 115.000 Fahrzeuge, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Davon gehe der Konzern aus. Die Autobesitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder im Wege des Umtausches deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen. Ein VW-Sprecher äußerte sich auf Anfrage dazu zunächst nicht.

Bei den übrigen Fahrzeugen in den USA geht man bei VW laut der Tageszeitung davon aus, dass größere Umrüstungen mit hohen Materialkosten und langen Werkstatt-Zeiten nötig sind. Teile des sogenannten Abgas-Strangs müssen dem Blatt zufolge neu konstruiert und zugelassen werden. Die gesetzlichen Grenzwerte für den Schadstoff Stickoxid liegen in den USA deutlich niedriger als in Europa, wo einfachere technische Lösungen möglich sind.

Aufarbeitung wird behindert

Die USA hatten zuletzt den Druck erhöht und eine Milliarden-Klage angestrengt. Die Behörden werfen Volkswagen auch bei der Aufarbeitung der Abgas-Affäre Tricksereien und Täuschung vor. "Die Bemühungen der Vereinigten Staaten, die Wahrheit über die Emissionsüberschreitungen und andere Ungereimtheiten zu erfahren (...), wurden behindert und gehemmt durch das Vorenthalten von Material und irreführende Informationen, die Volkswagen zur Verfügung gestellt hat", heißt es in der Klageschrift der US-Regierung, die das Justizministerium am Montagabend vorgelegt hatte.

Damit drohen VW theoretisch gut 45 Milliarden Dollar (41,8 Milliarden Euro) Strafe plus eine weitere, möglicherweise milliardenschwere Zahlung im Ermessen des Gerichtes, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Ein Konzernsprecher sagte, man sei in ständigem Austausch mit den US-Behörden. Volkswagen müsse die Klage zunächst im Detail prüfen, vorher gebe es keine weiteren Reaktionen.

Hohe Volatilität

Es bleibt dabei: Die VW-Aktie wird in den nächsten Wochen von hoher Volatilität geprägt sein. Dafür dürfte die Entwicklung des Abgasskandals sorgen. Bei Kursen um 120 Euro könnte sich auf Sicht von 12 bis 24 Monaten ein Einstieg durchaus als sinnvoll erweisen. Anleger die etwas ruhiger schlafen wollen, setzen im Autosektor auf BMW oder Daimler. Beide Aktien sind zum Jahresstart deutlich unter Druck geraten. Eine Anfangsposition auf diesem Niveau sollte sich auszahlen!

(Mit Material von dpa-AFX)

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