Infineon
- Michael Schröder - Redakteur

Infineon unter Druck: Stimmungsbremse Bernstein hebt den warnenden Finger

Bernstein Research lässt bei den Infineon-Aktien zum Start in das neue Jahr Vorsicht walten. Das US-Analysehaus sieht nun etwas mehr Risiken als Chancen. Da sich zudem der Kurs inzwischen in der Nähe seines Kurszieles von 14 Euro bewege, stufte Analyst Pierre Ferragu den Titel von "Outperform" auf "Market-Perform" ab.

Im Falle eines ausgeprägten Abschwungs in der Halbleiter-Branche könnten die Umsätze des Unternehmens Ferragu zufolge bis zu zehn Prozent niedriger als von Infineon angepeilt ausfallen, was die Ertragskraft deutlich belasten würde. Der Aktienkurs könnte in diesem Szenario sogar auf bis zu rund zehn Euro absacken - und zwar auch dann, wenn die Anleger einen solchen Branchenabschwung lediglich vorauszusehen glaubten.

Auf einem derart niedrigen Kursniveau würde sich jedoch eine gute Gelegenheit ergeben, weitere Infineon-Aktien zuzukaufen, meinte  Ferragu. Schließlich habe sich seine grundlegende Einschätzung der  Papiere nicht geändert. Nach einem Jahrzehnt schmerzhafter Umstrukturierungen erscheine das Unternehmen nun als ein qualitativ hochwertiger Industriezulieferer.

2015 zählte Infineon zu den stärksten Werten im DAX. Das Übernahmefieber in der Halbleiterbranche, die steigende Nachfrage aus dem Automobilsektor sowie die erfolgreiche Integration von International Rectifier haben sich positiv auf den Aktienkurs ausgewirkt.

Der Start in das neue Jahr war für den DAX-Titel aber wenig erfreulich. Im Sog der schwachen China-Nachrichten kam es zu einem deutlichen Rücksetzer. Nachdem dabei einige charttechnische Unterstützungen durchbrochen wurden, wartet nun die nächste Unterstützung im Bereich der 12-Euro-Marke. Hier sollte sich der Kurs spätestens stabilisieren. Investierte Anleger beachten dennoch den Stoppkurs bei 11,20 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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