DAX
- Michael Schröder - Redakteur

DAX vor Woche der Wahrheit: Crash oder Weihnachtsrallye - Fed-Entscheid und Hexensabbat im Fokus

Die letzte vollständige Handelswoche im Jahr 2015 hat es noch einmal in sich. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird am Mittwoch wohl die Zinswende vollziehen und erstmals seit der Finanzkrise die Leitzinsen erhöhen. Am Freitag steht dann der "Hexensabbat" auf dem Plan. Von Unternehmensseite sind dagegen kaum wegweisende Nachrichten zu erwarten.

Am Mittwoch wird die Fed dem Vernehmen nach den Leitzins voraussichtlich um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent anheben. Die Reaktion der Finanzmärkte auf den Entscheid hängt dann vermutlich von den begleitenden Kommentaren der Notenbanker und den weiteren Maßnahmen ab. Viele Investoren rechnen mit einer bis drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im kommenden Jahr.

Endlich lasse Janet Yellen die Zins-Katze aus dem Sack, frohlockt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Damit schaffe die Vorsitzende der Fed endlich klare Fakten. Den Finanzmärkten dürfte ein Stein vom Herzen fallen. Die Fed könnte verloren gegangene Glaubwürdigkeit wieder aufbauen. Denn aus Sicht von Halver hat Yellen seit ihrem Amtsantritt mit ihrer langatmigen Zinserhöhungs-Kommunikation die Börsen irritiert. Yellen hatte zuletzt ihre Zuversicht in die US-Wirtschaft bekräftigt. Die Wirtschaft dürfte die Ziele der Notenbank erreichen. Die Fed strebt neben einer "maximalen Beschäftigung" mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Yellen sollte gleichzeitig für 2016 eine behutsame Zinspolitik ankündigen.

Die Diskussion um die Fed-Politik drängt die Konjunkturdaten in den Hintergrund. Ausnahme: die US-Verbraucherpreise am Dienstag, denn die Inflation ist ein wichtiger Faktor für die Geldpolitik. In Deutschland liefert der ZEW-Index ebenfalls am Dienstag Hinweise auf die aktuelle Stimmungslage. Am Donnerstag folgt der Ifo-Index, der die Investitionslaune der Unternehmen widerspiegelt.

Am Freitag steht dann der "Hexensabbat" auf dem Plan: An diesem großen Verfallstag laufen an der Terminbörse viele Wetten auf DAX, MDAX und TecDAX aus. Mit den Optionen und Futures spekulieren Anleger auf die Bewegungsrichtung der großen deutschen Aktienindizes. Am Abend verfallen Optionen und Futures auf einzelne Aktien. Wegen der mitunter wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff "Hexensabbat" geprägt. Die Tage gehen oft mit starken Kursausschlägen insbesondere bei Aktien-Schwergewichten und den Indizes einher. "Der Hexensabbat und die Zinsentscheidung der US-Notenbank werden entscheiden, ob der DAX das Jahr eher bei 10.000 oder 11.000 Punkten beenden wird", so der Tenor auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse.

Mit dem Bruch der massiven Unterstützung bei 10.500 Punkten ist der DAX-Chart kräftig angeschlagen. Die nächsten markanten Unterstützungen warten erst wieder im Bereich um 10.000 Zähler. Der Gewinn seit Jahresbeginn schmilzt: Das Barometer für die 30 wichtigsten deutschen Aktien zeigt seit Januar nur noch ein Plus von 5,45 Prozent an.

Ganz anders die Performance des Real-Depots vom AKTIONÄR. Auch wenn das Depot in den vergangenen Tagen ebenfalls etwas zurückgefallen ist, schlägt es den DAX mit einem Jahresplus von rund 50 Prozent um Längen. Durch kurz- und mittelfristige Investitionen in aussichtsreiche Aktien versucht das Real-Depot zum Erfolg zu kommen. Dabei stehen Trading-Chancen aus charttechnischer Sicht, aufgrund von positivem Newsflow oder anderen Sondersituationen im Fokus. Für zusätzliches Potenzial sorgt der Handel mit Hebelprodukten. Deshalb richtet sich das Depot vor allem an spekulativ orientierte Anleger. Interessiert? Dann melden Sie sich hier für ein Probe-Abo an.

In China sind erste Signale für eine Erholung der Wirtschaft zu erkennen: Die Industrie produzierte im November mehr als erwartet und die Einzelhändler konnten sich über deutlich bessere Geschäfte freuen. Experten sehen das als Anzeichen dafür, dass die Regierung in Peking mit ihrem massiven Konjunkturprogramm einen Absturz der Wirtschaft verhindert hat. Chinas Börsen reagierten am Morgen positiv.

Wie geht es weiter? Der Wochenstart wird in jedem Fall sehr volatil ausfallen. Zur Stunde deutet einiges auf einen freundlichen Wochenstart hin. Die Hoffnung auf ein Comeback der DAX-Bullen könnte im Wochenverlauf dann weiter zunehmen. Kommt es am 16. Dezember (20:00 Uhr MEZ) zu der erwarteten moderaten Zinsanhebung durch die US-Notenbank und stellt Fed-Chefin Yellen dabei keine weiteren, zeitnahen Zinsschritte in Aussicht, wäre das bei einer anhaltenden expansiven Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) günstig für deutsche Aktien. Ebenfalls positiv: Statistisch gesehen ist eine Weihnachtsrallye in der Zeit vom 15. Dezember bis zum 9. Januar zudem sehr wahrscheinlich. Die Adventszeit im Jahr 2015 bleibt für Börsianer also in jedem Fall spannend.

(Mit Material von dpa-AFX)


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