Gold
- Markus Bußler - Redakteur

Gold: Warten auf … - auf was eigentlich?

Eigentlich sah alles nach einem neuerlichen Tief beim Goldpreis aus. Das Edelmetall notierte am Mittwoch, kurz vor Bekanntgabe der Arbeitsmarktdaten, bereits unter 1.160 Dollar. Und alles deutete daraufhin, dass sich der Abwärtstrend beschleunigen wird. Am Abend vorher hatte der Goldminenindex HUI ein Mehr-Jahres-Tief markiert.


Doch als der Arbeitsmarktbericht bekannt gegeben wurde, konnte der Goldpreis seine Tagesverluste Schritt für Schritt wieder abbauen. Doch zu einer Aufwärtsbewegung fehlte dann doch die Kraft. Und anschließend pendelte das Edelmetall, wie schon die Wochen davor, lustlos um seinen Vortagesschluss. Auf was also wartet der Goldpreis? Welche Impulse fehlen derzeit?


Kaum Einflussfaktoren


Weder die Sorge um eine Staatspleite Griechenlands noch die Sorge vor dem Austritt Griechenland aus dem Euro-Verbund konnten den Goldpreis bislang beflügeln. Überhaupt: Auch Faktoren wie die Ukraine-Krise, der IS-Terror oder sämtliche andere Gefahren führten in der Vergangenheit zu keiner nachhaltigen Rallye. Das verwundert allerdings nicht: Der Goldpreis befindet sich seit mehr als drei Jahren in einem Bärenmarkt. Wer mag in diesem Zusammenhang von einem Sicheren Hafen sprechen.
Auf was der Goldpreis meines Erachtens wirklich wartet, ist die erste Zinsanhebung seitens der Fed. Erinnern Sie sich? Lange Zeit stand der Goldpreis unter Druck, aus Angst, die Fed könnte aus ihrer ultralockeren Geldpolitik aussteigen. Als Tapering dann in die Tat umgesetzt wurde, konnte der Goldpreis merklich zulegen. Jetzt lastet die anstehende Zinsanhebung auf dem Goldpreis. Ich denke, die Zinsanhebung selbst könnte zu einer Befreiung werden. Womöglich beginnt der Goldpreis sogar schon vor dem Termin im September zu steigen.


Inflation


Die endgültige Trendwende dürfte aber erst ein anderes Ereignis bringen: Inflation. Sicher, derzeit deutet nichts auf Inflation hin. Noch immer fürchten Notenbanken die Deflation mehr – und drängen auf Inflation. Nur auf diese Art und Weise könnte man versuchen, der immensen Schulden Herr zu werden. Dies wird sicher auch gelingen, dann nämlich, wenn das Geld endlich den Weg zu den Verbrauchern findet – sprich, wenn die Kreditvergabe der Banken weniger restriktiv wird. Dazu könnte auch ein steigender Ölpreis die Inflation ab dem Herbst langsam anheizen. Ob es den Notenbanken gelingt, die Inflation, einmal entfacht, auch wirklich in Zaum zu halten, darf bezweifelt werden. Sie kennen sicherlich noch die alten Glasketchup-Flaschen. Man geklopft und geklopft und kein Ketchup kam. Und plötzlich hatte man einen riesigen Klecks auf dem Teller. Ähnlich könnte es sich auch mit der Inflation verhalten. Das wiederum wäre die endgültige Trendwende für die Edelmetalle.


Es ist eine akademische Diskussion, wann die Trendwende einsetzt. Und wie so oft, wird man es erst rückblickend zuverlässig sagen können. Dennoch: Der zyklische Bärenmarkt befindet sich mittlerweile im vierten Jahr. Und das ist eine verdammt lange Zeit. Er wird alt und damit auch schwach. Der Bärenmarkt wird zu Ende gehen und einem neuen Bullenmarkt Platz machen. Mich würde es nicht wundern, wenn tatsächlich die Zinsanhebung das ausschlaggebende Ereignis sein wird. So paradox das auch klingt.

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