Solarworld
- Werner Sperber - Redakteur

DISO und Solarworld im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II

Zukunftswerte wettert gegen die Führung der DISO Digital Identification Solutions AG und rät zum Kauf der Aktie. Der Austria Börsenbrief freut sich über die wahrscheinliche Rettung von Solarworld und bedauert die derzeitigen Aktionäre.


Börsenwelt Presseschau (Aus gegebenem Anlass: Die folgenden Texte sind von den jeweils genannten Publikationen übernommen und üblicherweise sinnwahrend gekürzt und verständlicher formuliert. Anmerkungen der Börsenwelt-Redaktion stehen ausschließlich in Klammern und sind mit dem Vorsatz in der Klammer "Anmerkung der Redaktion" gekennzeichnet. Eine Presseschau gibt Texte anderer Presseorgane wieder, ohne deren Sinn zu verändern. Kollege H. G. hat auf folgendes hingewiesen: Die Bezeichnung "endlos laufender Call-Optionsschein" ist so nicht korrekt beziehungsweise irreführend, denn Optionsscheine (im strengen Sinne) haben immer eine Laufzeit. Korrekt müsste es "Turbo-Call-Optionsschein" etc. heißen. Im Sinne der leichteren Lesbarkeit behalten wir jedoch die Formulierung "endlos laufender Call-Optionsschein" bei.): Die Experten von Zukunftswerte erklären, auch die am heutigen Freitag, 21. Juni, zusammentretende Hauptversammlung der Digital Identification Solutions AG (DISO) wird kein neues genehmigtes Kapital beschließen. Bei der außerordentlichen Hauptversammlung im Februar stimmten statt der erforderlichen 75 Prozent nur 72,7 Prozent des anwesenden Kapitals für diese Voraussetzung für den Verkauf neuer Aktien. Für das aktuelle Aktionärstreffen gibt es erst gar keinen Tagesordnungspunkt "Abstimmung über zu genehmigendes Kapital". Anscheinend haben Vorstandsvorsitzender Sandro Camilleri von der Grupo Matica, die 66,2 Prozent der Anteile an DISO hält, die Strategie geändert, um dem "deutlich gestiegenen Widerstands aus dem freien Aktionariat gegen die skandalöse Firmenpolitik" entgegenzutreten. Schließlich laufen derzeit Gerichtsverfahrens gegen diese Matica-Manager, die nun merklich vorsichtiger agieren und auf Maßnahmen verzichten würden, die wie in der Vergangenheit die freien Aktionäre benachteiligten.

Unterdessen sind ordentliche Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres vorgelegt worden. Volumen und Profitabilität des Geschäfts sind stabil. Der Börsenwert von derzeit 7,8 Millionen Euro deutet dennoch auf eine extreme Unterbewertung hin: Zum 31. März wurde ein Eigenkapital von 23,3 Millionen Euro ausgewiesen, was 3,14 Euro je Aktie entspricht. Wenn die Schulden vom kurzfristig verfügbaren Vermögen abgezogen werden, beträgt das Nettoumlaufvermögen 12,9 Millionen Euro beziehungsweise 1,75 Euro pro Anteil. Am deutschen Aktienmarkt gibt es nur ganz wenige Titel, bei denen der Börsenwert nicht deutlich höher ist als das Nettoumlaufvermögen, bei DISO beträgt der Abschlag dagegen 60 Prozent. Die Bilanz ist also sehr solide, die Substanz hoch und die Bewertung extrem günstig. Wenn Matica die verbliebenen Aktionäre aus dem Unternehmen drängen möchte, müsste der gebotene Preis je Aktie wesentlich höher sein als derzeit - wenn die Bilanz so bleibt. Sehr risikobereite Anleger sollten die Aktie also bis zu Notierungen von 1,50 Euro weiter kaufen. Der "faire Wert" beträgt 2,50 Euro.


Der Austria Börsenbrief: Solarworld geht nur für Altaktionäre unter    

Die Experten des Austria Börsenbriefes verweisen auf die neuesten Sanierungspläne für Solarworld. Dabei verlieren die derzeitigen Aktionäre 95 Prozent, schließlich sind die Gläubiger der Anleihen von Solarworld in der weitaus besseren Verhandlungsposition. Die Aktionäre dürften also wohl diesem heftigen Kapitalschnitt zustimmen, wobei die Anleihe-Gläubiger ihre Forderungen in neue Aktien tauschen (Debt-to-Equity-Swap) und so 95 Prozent des neuen Grundkapitals erhalten werden. Die Qatar Solar S.P.C kauft den Altgläubigern zwar Anteile für 36 Millionen Euro ab und Solarworld-Gründer Frank Asbeck bezahlt diesen Altgläubigern weitere zehn Millionen Euro für entsprechende Anteile. Damit unterstützen Qatar Solar und Asbeck die Restrukturierung, doch wer jetzt noch Aktien von Solarworld hat, sollte sie dennoch endgültig verkaufen. Die Altaktionäre gehen schließlich beinahe leer aus.


190% mit MBB Industries/ 370% mit Freenet-Call/ 490% mit SMI-Call
DIE BESTEN HANDELSCHANCEN der Woche auf den Punkt gebracht
Wöchentlich werten die Börsenwelt-Experten bis zu 400 Empfehlungen der deutschsprachigen Börsen-Elite für Sie aus. Die besten Empfehlungen schaffen es in den Börsenwelt Börsenbrief. Lassen auch Sie ein Netzwerk von Fachleuten für sich arbeiten - und sichern Sie sich die besten Empfehlungen zum absoluten Discount-Preis. Sie erhalten Top-Tipps, die ihrem Namen alle Ehre machen. Zögern Sie nicht und bestellen auch Sie jetzt den Börsenwelt Börsenbrief.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

Solarworld steigt um 160 Prozent: Jetzt zugreifen?

Die Aktie von Solarworld ist regelrecht explodiert. Ausgehend vom kürzlich markierten Tief bei 0,68 Euro haben sich die Anteilscheine des insolventen Solarkonzerns im frühen Handel auf 1,77 Euro verteuert – ein sattes Plus von knapp 160 Prozent. Was sind die Gründe für den atemberaubenden … mehr