Microsoft
- Werner Sperber - Redakteur

Dirk Müllers Cashkurs Trends: Microsoft ist neben IBM der Blockchain-Konzern

Cashkurs Trends erklärt, neben der International Business Machines Corp. (IBM) ist Microsoft zurzeit das wichtigste Unternehmen, welches die Blockchain-Technologien massiv vorantreibt. Im Herbst des vergangenen Jahres stellte Microsoft Dienste vor, die sich um Anwendungen von Ethereum drehen, einer neuen Krypto-Währung. Das junge Unternehmen Ripple liefert ein weiteres, momentan heiß gehandeltes Blockchain-Modell, das von Microsoft favorisiert wird. Der Vorstand von Microsoft kündigte deshalb an, mit Ripple eine Blockchain-Lösung vorzulegen, welches Entwickler innerhalb von 20 Minuten starten können. Microsoft entwickelte unter dem Namen „Projekt Bletchley“ ein modulares Programmiergerüst für Blockchain-basierte Anwendungen. Blockchain-Middleware, ein weiteres Neuprojekt, soll Kernfunktionen von Diensten in der Cloud (Identitätsmanagement, Analytics, maschinelles Lernen) zur Verfügung stellen. Bis auf dem „zertifizierten Blockchain-Marktplatz“ von Microsoft ein Gewinner ausgesucht werden könne, sei es jedoch noch viel zu früh. Bis es so weit ist, soll auf dem Portal weiter experimentiert werden. Der Blockchain-Marktplatz soll die Betreiber der nötigen Infrastruktur mit möglichen Kunden vernetzen und so den Einstieg in die Blockchain-Welt erleichtern. Microsoft setzt also im Gegensatz zu anderen auf eine „schweizerische“ Umgebung, in der verschiedene Technologien und Anwendungsszenarien neutral nebeneinander bestehen können.

Blockchain-System: Irgendwo muss gespeichert werden, wie viel Geld auf Bankkonten oder anderen elektronischen Buchungsstellen vorhanden ist; irgendwo muss die Bank den Guthabenstand des Kunden speichern. Banken sind zwar in der Regel gut gegen Angriffe von Internet-Kriminellen oder andere Gefahren gerüstet. Dennoch bestehen Gefahren, denn, wer immer die Listen oder Datenbanken der Finanzinstitute kontrolliert, kontrolliert auch die Guthaben. Kriminelle, oder auch böswillige Regierungspolitiker, die eine Zwangsabgabe auf Spareinlagen beschließen, können sich zumindest theoretisch Zugriff auf das Vermögen der Bankkunden verschaffen. Ein auf Blockchain (Block-Kette) basierendes Zahlungssystem kann schützen, denn dabei werden die Informationen über die einzelnen Guthaben nicht in einer zentralen Datenbank, sondern dezentral bei allen Teilnehmern des Zahlungssystems gespeichert. Die Blockchain ist dabei lediglich eine Liste über alle jemals getätigten Transaktionen die an alle Teilnehmer geht, dabei im gesamten Netzwerk öffentlich und gleichzeitig anonym ist. Jeder Block enthält in Form einer Prüfsumme Verweise auf den vorhergehenden Block und die gesamte Block-Kette. Dadurch sind nachträgliche Änderungen der Blockchain ausgeschlossen. Einmal getätigte Transaktionen, die vom Netzwerk bestätigt wurden, können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wer dennoch manipulieren will, müsste sich den unbefugten Zugriff auf mehr als die Hälfte aller an einem Netzwerk beteiligten Computer verschaffen. Guthaben in einem auf der Blockchain basierenden Zahlungssystem werden in einer sogenannten Wallet, also einer (meist elektronischen und softwarebasierten) „Geldbörse“ aufbewahrt. Die Wallet besteht aus der Kombination aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel entspricht der Kontonummer in einem traditionellen Zahlungssystem. Allerdings muss die Identität eines Inhabers einer Wallet niemandem bekannt sein – es handelt sich also um die elektronische Entsprechung zu einem anonymen Nummernkonto. Der Besitzer einer Wallet erhält durch seinen privaten Schlüssel Zugriff auf sein elektronisches Konto. Jede Transaktion, die er tätigt, muss er mit seinem privaten Schlüssel signieren. Der private Schlüssel ist nur ihm bekannt. Obwohl der öffentliche Schlüssel und der private Schlüssel mathematisch ein fest verbundenes Paar bilden, ist es mathematisch so gut wie unmöglich, allein aus dem allgemeinen bekannten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel zu erraten.

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