SCOPUS VIDEO NETWORKS
- DER AKTIONÄR

Digitales TV voll im Trend

Eine Übernahme nach der nächsten geht in der digitalen Fernsehwelt über die Bühne. So legte der schwedische Telekomriese Ericsson eine 1,2 Milliarden Dollar schwere Offerte für Tandberg-TV vor. Der norwegische Dienstleister für Internetfernsehen setzt 350 Millionen Dollar um. Vor allem Mobilfunkanbieter rüsten sich für das mobile Fernsehen.

Spezialisten für digitales Fernsehen stehen vor einer Übernahmewelle. Telekom- und Kabelkonzerne interessieren sich für die Zukunftsbranche.

Eine Übernahme nach der nächsten geht in der digitalen Fernsehwelt über die Bühne. So legte der schwedische Telekomriese Ericsson eine 1,2 Milliarden Dollar schwere Offerte für Tandberg-TV vor. Der norwegische Dienstleister für Internetfernsehen setzt 350 Millionen Dollar um. Vor allem Mobilfunkanbieter rüsten sich für das mobile Fernsehen. Der Grund: Digitale Videos und Datendienste werden immer wichtiger. Google gab für die private Videoabspielseite youtube. com sogar 1,6 Milliarden US-Dollar aus.

Eine Branche im Umbruch

Nun könnte der kleine israelische Anbieter Scopus Video Networks in das Visier von Kabel- und Telekomkonzernen geraten. Im Gespräch mit dem AKTIONÄR sagte Scopus-Finanzvorstand Moshe Eisenberg zwar, ihm sei nichts von einer Offerte bekannt. Doch eine Übernahme scheint über kurz oder lang möglich. Zumal unter den Scopus-Konkurrenten die Gerüchteküche brodelt: Für die Nasdaq-Firma Harmonic mit 248 Millionen Dollar Umsatz und 688 Millionen Börsenwert interessieren sich angeblich Siemens/Nokia sowie Alcatel. Zudem streckt Motorola seine Fühler nach dem Kabelmodem-Hersteller Terayon (79 Millionen Dollar Umsatz) aus. Scopus transferiert TV-Sendungen in Echtzeit in komprimierter Form zwischen den Studios, dem Hauptsendestandort bis hin zu den Privathaushalten. Dabei werden analoge Daten in digitale umgewandelt. Auf der Kundenliste stehen Top-Adressen wie Time Warner, MTV Asien, T-Mobile, RTL oder Mediacom, der achtgrößte Kabelbetreiber in den USA.

Turnaround absehbar

Scopus-Manager Eisenberg betonte, sein Ziel sei, das Geschäftsvolumen rasch auszuweiten. Bis zum Jahr 2010 will er 100 Millionen Dollar erlösen. Im vergangenen Jahr gingen 47,3 Millionen Dollar durch die Bücher. Seit 1998 wuchsen die Einnahmen um durchschnittlich 28 Prozent per annum. Unter dem Strich fiel zwar 2006 ein Verlust von 1,9 Millionen Dollar an. Doch spätestens im vierten Quartal will Eisenberg die Gewinnschwelle erreichen. Die Bilanz ist frei von Schulden. In der Kasse schlummern 30 Millionen Dollar.

Aktienkurs hat Potenzial

Scopus bringt 71 Millionen US-Dollar auf die Börsenwaage. Damit werden die Israelis mit einem 2007er-Umsatzvielfachen von 1,25 bewertet. Angesichts des hohen Cashbestandes ist der Titel ein Schnäppchen. Wettbewerber werden mit dem zwei- bis dreifachen Erlös taxiert, sind also deutlich höher bewertet. Vorhang auf, Film ab! Kursziel: 8,00 Euro. Stopp: 3,10 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 12/2007.

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