- DER AKTIONÄR

Die Zukunft im Blick

Der Softwareentwickler Accelrys hat ein schwieriges drittes Quartal hinter sich. Mehr Aufträge, 60 Millionen Dollar Cash und ein neuer Finanzvorstand sind aber doch keine schlechten Perspektiven. Das Unternehmen hat die Weichen gestellt, erste Früchte können schon demnächst geerntet werden.

Der Softwareentwickler Accelrys hat ein schwieriges drittes Quartal hinter sich. Mehr Aufträge, 60 Millionen Dollar Cash und ein neuer Finanzvorstand sind aber doch keine schlechten Perspektiven ...

Von Ingo Hübner

Bei der Suche nach neuen Materialien spielt die Kombinatorische Chemie eine tragende Rolle. Angesichts der Komplexität dieses Forschungszweiges sind Wissenschaftler auf die Hilfe des Computers angewiesen. Die Software des US-Unternehmens Accelrys ermöglicht es, dass potenzielle neue chemische Verbindungen am Bildschirm innerhalb kurzer Zeit auf ihre Struktur und Eigenschaften untersucht werden können. Dies spart der Forschung viel Zeit und Geld. Mit dem Vorstoß in den Nanokosmos sind auch für die Materialforschung völlig neue Perspektiven entstanden. Für die Software von Accelrys haben sich damit neue Absatzchancen eröffnet. Daher hat das Unternehmen ein Nanotechnologie-Konsortium ins Leben gerufen. Es vereint renommierte Wissenschaftler mit dem Ziel, optimale Software für die Bedürfnisse der nanotechnologischen Forschung zu entwickeln.

Rückschläge gehören dazu

Im Grunde ist Accelrys "dick" im Geschäft. Die Amerikaner bedienen mit ihren Produkten eine namhafte Klientel, die Kundenliste liest sich wie das Who-is-Who der Pharma- und Chemieindustrie. Doch auch das bewahrt nicht vor zeitweiligen Rückschlägen. Das Unternehmen musste im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 - es endete im Dezember - deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Von 31,6 Millionen Dollar ein Jahr zuvor schrumpfte der Umsatz auf 22,2 Millionen Dollar. Zwar begründete Accelrys dies mit einer Umstellung der Kaufverträge, die niedrigeren Umsätze führten aber auch zu Verlusten. So rutschte man von 1,96 Millionen Dollar Gewinn im Vorjahr auf ein Minus von 5,7 Millionen Dollar ab. Immerhin sind darin Kosten für einen Umzug des Firmensitzes und die Akquisition eines kleineren Softwareentwicklers namens SciTegic enthalten. Positiv ist, dass die Auftragseingänge um neun Prozent auf rund 38 Millionen Dollar geklettert sind.

Weichen gestellt

Daneben hat das Unternehmen wichtige strategische Weichen für die Zukunft gestellt. Zunächst hat man mit David Sankaran im Januar einen erfahrenen Manager in die Position des Finanzvorstandes gehievt. Sankaran hatte zuvor bereits bei PeopleSoft dafür gesorgt, dass die Kasse stimmt. Marktbeobachter werten diese Neubesetzung als sehr positiv für Accelrys. Apropos Kasse: Accelrys sitzt auf einem Geldpolster von rund 60 Millionen Dollar. Auch die Übernahme von SciTegic trägt bereits erste Früchte: Anfang März konnte der Softwareentwickler einen Lizenzauftrag von Unilever an Land ziehen.

Mindestens drei gute Gründe

Blendet man die vergangenen Zahlen aus, dann gibt es gute Gründe, auf Accelrys zu spekulieren. Diese wären: Ein neuer Finanzchef, die Stärkung des Softwarebereiches Nanotechnologie und nicht zu vergessen die 60 Millionen Dollar, mit denen man sicherlich dieses Geschäftssegment noch deutlich forcieren kann.

Accelrys

 

ISIN US00430U1034
Kurs am 15.04.2005 4,46 €
Empfehlungskurs 4,45 €
Ziel 8,00 €
Stopp 3,20 €
KGV 06e 30
Chance/Risiko 5/4

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (16/05).

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV