- DER AKTIONÄR

Die Zukunft gehört dem Schrott

Metal Management verdient gutes Geld mit dem Recyclen von Metallen. Da Experten weiter steigende Preise für Schrott erwarten, sollte sich daran so schnell nichts ändern. Das weltweit operierende US-Unternehmen Metal Management zählt zu den aussichtsreichsten in seinem Sektor.

Metal Management verdient gutes Geld mit dem Recyclen von Metallen. Da Experten weiter steigende Preise für Schrott erwarten, sollte sich daran so schnell nichts ändern.

Von Ingo Hübner

Nicht wenige Zukunftsforscher prognostizieren, dass die Stoffkreisläufe in der Wirtschaft von Morgen nahezu vollkommen geschlossen sein werden. Das bedeutet nichts anders, als den Übergang von der Wegwerf- zur Recyclinggesellschaft. Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken liegen dieser Vision auch ökonomische Faktoren zugrunde. Angesichts immer weiter steigender Rohstoffpreise wird es finanziell sogar äußerst attraktiv Materialien, wie etwa Metalle, zu recyceln. Vor allem auf dem Stahlmarkt hat im vergangenen Jahr eine rasante Entwicklung stattgefunden. Die Preise für Stahl sind auf ein Niveau geklettert, das zuletzt 1989 erreicht wurde. Davon profitieren nicht nur die Eisenerzproduzenten, sondern auch die Recycler von Eisenschrott, denn Eisen ist der Grundstoff für die Herstellung von Stahl.

Der Name ist Programm

Das weltweit operierende US-Unternehmen Metal Management zählt zu den aussichtsreichsten in seinem Sektor, was unschwer an den jüngsten Zahlen abzulesen ist: Nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2004/05 lag der Umsatz bei 1,2 Milliarden Dollar, ein Jahr zuvor waren es 715 Millionen. Im gleichen Zeitraum verdreifachte sich der Gewinn nahezu von 27 auf 76 Millionen Dollar. Noch vor fünf Jahren stand Metal Management mit dem Rücken zur Wand. Zahlreiche Akquisitionen und hohe operative Verluste ließen den Schuldenberg von Metal Management innerhalb kurzer Zeit auf über 390 Millionen Dollar anschwellen. Im November 2000 musste das Management die Reißleine ziehen und meldete Insolvenz an. Mithilfe von frischem Kapital und einem vernünftigen Sanierungskonzept gelang es schließlich, das Unternehmen wieder auf Vordermann zu bringen. Die Krise hat Metal Management im Rückblick deutlich gestärkt, denn heute gehört das Unternehmen mit 40 Niederlassungen in 14 Bundesstaaten zu den größten Metall-Recyclern in den USA. Zudem hat man nur noch 15 Millionen Dollar langfristige Verbindlichkeiten. Mit dem Kerngeschäft, dem Sammeln, Verwerten und dem Weiterverkauf von Eisenschrott bestreitet Metal Management zurzeit mehr als 70 Prozent seiner Umsätze. Daneben hat sich der Konzern auf die Aufbereitung von Luftfahrt- und Hochtechnologie-Metallen wie Nickel, Titan und Kobaltlegierungen spezialisiert, ebenfalls ein einträgliches Geschäft.

Ein Schrott-Schnäppchen

Vor allem der Stahlmarkt wird nicht zuletzt wegen des anhaltend hohen Wirtschaftswachstums in China auch in Zukunft ein nachfragegetriebener Markt bleiben. Dementsprechend rechnet auch die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit weltweit weiter steigenden Preisen für Stahlschrott. Metal Management sollte davon ebenfalls weiter profitieren können. Angesichts der ungetrübten Perspektiven ist die Aktie des Unternehmens mit einem aktuellen KGV von 7 geradezu ein Schnäppchen.

Nomen est omen

Metal Management

 

ISIN US5910972091
Kurs am 08.04.2005 20,20€
Empfehlungskurs 19,36€
Ziel 30,00€
Stopp 15,00€
KGV 05/06e 7
Chance/Risiko 4/3

 

Dieser Artikel ist in Ausgabe #15/05 von DER AKTIONÄR erschienen.

 

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