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Die Zeit ist reif

Silber wird von vielen Anlegern ignoriert. Zu Unrecht, denn laut Experten steht das "Gold des kleinen Mannes" vor einer famosen Kursrallye. Sowohl die steigende Nachfrage als auch die Charttechnik sprechen für einen weiter steigenden Silberpreis.

Silber wird von vielen Anlegern ignoriert. Zu Unrecht, denn laut Experten steht das "Gold des kleinen Mannes" vor einer famosen Kursrallye. Sowohl die steigende Nachfrage als auch die Charttechnik sprechen für einen weiter steigenden Silberpreis.

Von Andreas Deutsch

Während die meisten Anleger von der Goldpreis-Rallye fasziniert sind, feiert ein anderes Edelmetall ein stilles, aber beeindruckendes Comeback: Silber. Das "Gold des kleinen Mannes" kletterte jüngst auf 7,61 US-Dollar je Unze und nimmt damit Kurs auf ein neues 18-Jahreshoch. Die Chancen, dass dies noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, sind laut Experten ausgezeichnet.

Immer begehrter

Silber wird bereits seit mehreren Tausend Jahren gefördert und verarbeitet. Da im Laufe der Zeit immer neue Minen entdeckt wurden, stieg die jährliche Fördermenge deutlich auf mittlerweile 630 Millionen Unzen. Allerdings nahm die Minenproduktion in den letzten 15 Jahren trotz stark verbesserter Gewinnungsmethoden nur noch um 1,5 Prozent per anno zu. Laut Schätzungen beläuft sich die Gesamtreservenbasis auf lediglich 570 Millionen Tonnen. Das heißt: Aller Voraussicht nach sind sind die Silbervorräte in weniger als 30 Jahren aufgebraucht.

Eventuell könnte dies auch schon früher passieren, denn das Edelmetall wird immer begehrter. Gut zwei Drittel der Nachfrage nach Silber kommt aus der Industrie, nur noch rund 30 Prozent wird für die Herstellung von Schmuck und Tafelsilber verwendet. Wegen seiner einzigartigen thermischen und elektrischen Leitfähigkeit ist es für die Elektronik und Elektrotechnik zu einem unverzichtbaren Bestandteil geworden. Vor allem die Fotoindustrie kommt nicht ohne Silber aus. Laut einer Studie der DZ Bank wird das Metall auch in immer mehr relativ neuen Industriezweigen benötigt, zum Beispiel bei der Brennstoffzellentechnik und bei der Fotovoltaik. Auch bei der Wasseraufbereitung dürfte Silber schon bald eine tragende Rolle spielen.

Bald bei 20 Dollar?

Für Preissteigerungen beim Silber spricht zudem die Tatsache, dass immer mehr Anleger das Edelmetall wieder zunehmend als Inflationsschutz entdecken. Die Inflationsrate hat in den meisten wichtigen Industrienationen zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. In solchen Phasen laufen Gold und auch Silber historisch gesehen besonders gut.

Positiv für die Silberanleger sind auch die Pläne von Barclays Global Investors. Der weltgrößte Vermögensverwalter will einen so genannten Silber ETF (Exchange Traded Funds) auflegen. Für jeden eingezahlten Dollar erhält der Anleger den Anspruch auf die entsprechende Menge an Silber. Bei einem angenommenen Fondsvolumen von lediglich 1,5 Milliarden Dollar könnte der Fonds nach Einschätzung der DZ Bank eine zusätzliche Nachfrage von über 200 Millionen Unzen generieren - und den Silberpreis entsprechend nach oben katapultieren.

Nicht wenige Experten, wie Bob McNeal vom Minenunternehmen Macmin Silver, rechnen deshalb damit, dass der Silberpreis in den nächsten Monaten die 10-Dollar-Marke knackt. Die DZ Bank erwartet, dass eine Unze Silber langfristig sogar 20 Dollar kosten wird.

Silber im Rampenlicht

Silber dürfte schon bald aus dem Schatten von Gold heraustreten und deutlich an Wert gewinnen. Dafür sprechen sowohl die stark steigende Nachfrage bei begrenztem Angebot als auch die viel versprechende Charttechnik. Bis zum Jahresende sollten Kurse um zehn Dollar drin sein.

Artikel aus DER AKTIONÄR (44/05).

 

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