Genzyme
- DER AKTIONÄR

Die Wachstumsmaschine

Wer von Biotechnologie spricht, meint meistens Unternehmen wie Amgen oder Genentech. Die beiden Flaggschiffe dieser Industrie sind insbesondere wegen ihrer milliardenschweren Medikamente, die in der Krebstherapie eingesetzt werden, mittlerweile auch einem breiteren Publikum bekannt. Kein Wunder, schließlich gilt der Markt für Krebstherapeutika neben dem für Herz-Kreilauf-Mittel als einer der lukrativsten weltweit.

Der US-Biotech-Konzern Genzyme ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich auch in Nischen gutes Geld verdienen lässt.

Wer von Biotechnologie spricht, meint meistens Unternehmen wie Amgen oder Genentech. Die beiden Flaggschiffe dieser Industrie sind insbesondere wegen ihrer milliardenschweren Medikamente, die in der Krebstherapie eingesetzt werden, mittlerweile auch einem breiteren Publikum bekannt. Kein Wunder, schließlich gilt der Markt für Krebstherapeutika neben dem für Herz-Kreilauf-Mittel als einer der lukrativsten weltweit. Doch der US-Biotech-Konzern Genzyme ist das beste Beispiel dafür, dass sich auch jenseits dieser Mega-Märkte gutes Geld verdienen lässt. Das Unternehmen entwickelt Medikamente gegen Krankheiten, unter denen kaum jemand leidet – und hat damit zuletzt ein neues Rekordergebnis erzielt.

Sattes Wachstum

Im zweiten Quartal erzielte Genzyme mit Arzneien gegen seltene Erbkrankheiten wie Morbus Gaucher oder Mucopolysaccaridose Umsätze von rund 933 Millionen Dollar; eine Steigerung gegenüber dem Vorjahresquartal um 18 Prozent. Auch beim Gewinn legte Genzyme zu: Nach 135 Millionen Dollar in den Monaten April bis Juni 2006 verblieben diesmal unter dem Strich 140 Millionen Dollar oder 0,51 Dollar je Aktie – und damit sieben Cent mehr, als die Analysten erwartet hatten. Das Management erhöhte dann auch die Prognose für das Gesamtjahr. Der Gewinn soll nun 3,35 bis 3,40 Dollar je Aktie betragen, nachdem man zuvor von einem Plus in Höhe von 3,20 bis 3,30 Dollar ausgegangen war. Für die nächsten fünf Jahre kündigte der Vorstand ein Gewinnwachstum von 20 Prozent pro Jahr an. Ähnlich optimistisch sehen die durchschnittlichen Prognosen der Analysten aus.

Volle Pipeline

Ungemach droht Genzyme eventuell bei einem seiner Top-Seller. Durch ein neues US-Gesetz, das demnächst verabschiedet werden dürfte, droht Cerezyme, das gegen Morbus Gaucher eingesetzt wird, Konkurrenz durch Nachahmerpräparate. Doch bis ein solches auf den Markt kommt, dürfte es noch dauern. Darüber hinaus ist die Entwicklungspipeline des Unternehmens gut gefüllt. Mehrere Kandidaten befinden sich bereits in der letzten Phase klinischer Tests. Diese hat das Nieren-Medikament Renvela bereits erfolgreich absolviert. Voraussichtlich am 21. Oktober wird die US-Gesundheitsbehörde über die Marktzulassung entscheiden, was der Aktie zusätzliche Fantasie verleiht.

Noch Spielraum

Die Wachstumsperspektiven stimmen, ein 2008-er KGV von 15 lässt dem Kurs noch genügend Spielraum nach oben. Zudem ist der Wert durch eine starke Unterstützung im Bereich von 60 Dollar gut abgesichert. Anleger, die ein eher konservatives Investment im Biotech-Bereich suchen, greifen auf dem aktuellen Niveau zu.

Kursziel bei Genzyme: 65,00 Euro. Stopp: 38,50 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 35/2007.

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