Equitystory
- DER AKTIONÄR

Die Story stimmt!

Der Münchener IR-Dienstleister Equitystory hat sein Online-Engagement durch die Übernahme von Financial.de und den Einstieg bei Ariva.de deutlich ausgebaut. Vorstand Robert Wirth erläutert im AKTIONÄRs-Interview, warum er noch großes Potenzial sieht.

Der Münchener IR-Dienstleister Equitystory hat sein Online-Engagement durch die Übernahme von Financial.de und den Einstieg bei Ariva.de deutlich ausgebaut. Vorstand Robert Wirth erläutert im AKTIONÄRs-Interview, warum er noch großes Potenzial sieht.

DER AKTIONÄR: Herr Wirth, Financial.de hat sich vor allem im Rohstoffsektor einen Namen gemacht. Wie passt dieses Finanzportal in die Strategie von Equitystory?

Robert Wirth: Financial.de wurde bereits im Jahr 1996 gegründet und war das erste Investor-Relations-Portal in Deutschland. Es verfügt sogar über die geschützte Marke IR-Portal. In den letzten Jahren haben sich die Macher dann mehr auf die Berichterstattung von Unternehmen aus dem Sektor Rohstoffe und Energie konzentriert.Wir werden das Portal nun dahin entwickeln, dass sowohl der IR-Bereich als auch das Segment Energie die Schwerpunkte bilden. Mit Financial.de können wir unseren börsennotierten Kunden nun einen neuen Kommunikationskanal anbieten, der uns bislang gefehlt hat - nämlich die direkte Kommunikation mit dem Privatanleger. Wir nennen das B2C-Investor-Relations.

Welche Rolle hat bei Ihrer Entscheidung der E-Mail-Verteiler von Financial.de gespielt?

Sicherlich eine große Rolle. Bei Financial.de haben sich rund 115.000 Anleger registriert, die ausdrücklich Informationen zum Thema Finanzen erhalten möchten. Wir können nun unseren 1.200 Kunden zum Beispiel bei Börsengängen, Kapitalerhöhungen oder bei der Durchführung von Investoren-Chats eine zusätzliche IR-Kommunikation anbieten. Damit decken wir nun die gesamte Palette an Online-Kommunikationslösungen für Investor Relations ab. Der One-Stop-Shop ist perfekt.Und natürlich werden wir über den Kanal auch Werbung verteilen. Bislang wurde noch kein Derivate-Emittent angesprochen. Hier sehe ich großes Potenzial, da ein Großteil der registrierten Nutzer auch spekulativen Investments gegenüber sehr aufgeschlossen ist.

Equitystory ist mit 25 Prozent plus einer Aktie beim Finanz-Portal Ariva.de eingestiegen. Streben Sie eine Aufstockung der Anteile an?

Der Einstieg bei Ariva.de kam gerade rechtzeitig, wenn man sich die Details des Onvista-Deals ansieht. Ariva.de ist für uns eine strategische Beteiligung, mit der wir die Tür zum Online-Werbemarkt aufgestoßen haben. Aber nicht nur das: Ariva.de verfügt über ein Baukastensystem mit hervorragenden Tools zum Bau von Finanzportalen, was uns beim Ausbau von Financial.de zugute kommt.Die Gründer von Ariva.de haben noch viel vor und sind mit Herz und Leidenschaft Arivaner - der Verkauf der 25 Prozent war für sie schon schwer genug. Eine Aufstockung ist daher vorerst zwar nicht geplant, dennoch haben wir ein Vorkaufsrecht auf die restlichen Anteile.

Müssen Ihre Aktionäre demnächst mit einer Kapitalerhöhung rechnen?

Ganz klares Nein. Keine Kapitalerhöhung. Die beiden Transaktionen finanzieren wir mit liquiden Mitteln und mit einer Kreditlinie der Commerzbank München, die wir variabel zurückzahlen können. Aufgrund unseres hohen Cashflows rechnen wir noch in 2008 mit der kompletten Tilgung. Die Eigenkapitalquote beträgt nach der Zahlung des Kaufpreises für die Financial.de AG, der erst Anfang Dezember fällig wird, noch satte 70 Prozent. Wir können also jetzt mit fremdem Geld im Jahr 2008 bei normalem Geschäftsverlauf ohne Synergien unser Ergebnis je Aktie gemäß IFRS um 15 Cent steigern.

Equitystory notiert noch im kaum beachteten Entry Standard. Liebäugeln Sie mit einem Wechsel in ein höheres Börsensegment?

Wir thematisieren das häufig in Aufsichtsratssitzungen. Bislang ist kein Wechsel geplant. Wir finden die Idee des Entry Standard, jungen Unternehmen einen Börsengang zu ermöglichen, ausgezeichnet. Den weniger hohen Transparenzanforderungen begegnen wir mit freiwilliger Transparenz. Wir berichten mit wenigen Ausnahmen wie ein Unternehmen im Prime Standard.Die Investoren schätzen das sehr. Vor ein paar Tagen präsentierte unser Vorstandsvorsitzender Achim Weick auf Einladung von Fidelity und der Citigroup die Equitystory AG beim German Round Table zusammen mit Unternehmen wie Krones oder Gildemeister. Das Börsensegment alleine sagt eben noch nichts über die Qualität des Unternehmens aus - man investiert grundsätzlich in das gleiche Unternehmen.

Welche Wachstumsraten streben Sie nach dem für 2007 geplanten Umsatzplus von 60 Prozent für die kommenden Jahre an? Wo liegt Ihr EBIT-Ziel?

Wir bekräftigen unsere beim Börsengang geäußerten Ziele: 25 Prozent Wachstum pro Jahr. Wenn es dann wie jetzt mehr als doppelt so viel wird, umso besser. Mittelfristig streben wir eine EBIT-Marge von 30 Prozent an. Solange wir Unternehmen wie die Financial.de AG zukaufen, deren Marge nicht darunter liegt, können wir noch länger auf diesem Niveau wachsen.

Wo steht Equitystory im Jahr 2010?

Sie wissen, dass dies die schwierigste Frage ist. Vor ein paar Jahren wussten die meisten Unternehmen noch nicht, was ein Online-Geschäftsbericht ist - jetzt stellen 29 von 30 DAX-Unternehmen einen zur Verfügung. Wir glauben, Online Investor Relations steht erst am Anfang - und je mehr Unternehmen an die Börse kommen, desto wichtiger wird Aufmerksamkeit und Transparenz für das einzelne Unternehmen, um die Gunst der Investoren für sich zu gewinnen. Der Gesetzgeber erlässt immer strengere Vorschriften. Und nicht zuletzt ist das Internet aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Von allen Trends profitiert unser Unternehmen.

Ist Equitystory bei Wachstumsraten von über 40 Prozent mit einem 2008er-KGV von 13 nicht viel zu günstig?

Die Analyse überlassen wir Analysten und Finanzjournalisten. Wir arbeiten an guten Ergebnissen und stetiger, transparenter Kommunikation. Damit haben wir bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Fazit

Das bei der Empfehlung in Ausgabe 02/2007 ausgegebene Kursziel von 20 Euro hat sich schnell als zu konservativ erwiesen. Nach dem Financial.de-Deal steuert Equitystory auf einen 2008er-Gewinn von zwei Euro pro Aktie zu. Damit ließen sich Kurse von bis zu 30 Euro rechtfertigen.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 42/2007.

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