DAX
- Thomas Bergmann - Redakteur

Die Spannung steigt! Was macht Fed-Chefin Janet Yellen?

Um 20 Uhr MEZ wird die US-Notenbank Fed bekannt geben, ob sie den Leitzins in den USA anpasst oder nicht. Unter Experten gilt eine Erhöhung - gemessen an der Bewertung bestimmter Finanzprodukte - als ausgeschlossen. Anders als im März findet auch keine Pressekonferenz statt. Erst auf der nächsten Sitzung im Juni steht Fed-Chefin Janet Yellen wieder Rede und Antwort und hätte dann auch Gelegenheit, einen möglichen Zinsschritt zu erläutern. Die Märkte werden daher heute Abend vor allem auf Hinweise zur Beurteilung der Inflationsentwicklung und der Lage am Arbeitsmarkt achten.

Janet Yellen wird den Leitzins in einer Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent belassen, das gilt als sicher. "Spannender ist die Frage, ob die Währungshüter einen Wink geben, dass sie einen Schritt auf der Juni-Sitzung ernsthaft erwägen", schrieb Experte Bernd Weidensteiner von der Commerzbank in einem Ausblick.

Zinserhöhung im Juni unwahrscheinlich

Am Finanzmarkt wird die Wahrscheinlichkeit für eine  Zinserhöhung im Juni nur noch bei knapp 20 Prozent gesehen. Noch im März wurde einem Schritt bis Juni eine rund 50-prozentige Wahrscheinlichkeit eingeräumt. Laut Weidensteiner dürfte die Fed also mit einer gewissen "Anschärfung" der Kommunikation verhindern wollen, dass die Märkte jeglichen
weiteren Zinsschritt abschreiben.

Die Experten der BayernLB rechnen ebenfalls damit, dass sich die Kommunikation wieder in Richtung eines strafferen Kurses ändern wird. Da die Fed die Erwartungen hin zu weiteren Zinsschritten im Jahr 2016 schüren möchte, wird sie wohl versuchen, einige Aussagen in diese Richtung in ihrem Kommentar zur Entscheidung unterzubringen.

Analystin Claudia Windt von der Helaba sieht Anzeichen - etwa in Form einer Trendwende bei den Einkaufsmanagerindizes -, dass die US-Wirtschaft in den Frühlingsmonaten wieder an Schwung gewonnen hat. Folglich dürfte die Fed in den kommenden Monaten ihren Zinserhöhungskurs wieder aufnehmen.

Negative Statistik

Nach den letzten drei Fed-Zinsentscheidungen reagierte der Aktienmarkt immer negativ. Der DAX notierte zehn Handelstage später im Durchschnitt rund sechs Prozent tiefer, auch nach vier Wochen fällt die Bilanz negativ aus. Bleibt zu hoffen, dass Yellen dieses Mal die richtigen Worte findet. Denn der Notenbankchefin dürfte viel daran gelegen sein, dass die Aktienmärkte nicht nach unten abkippen.

(mit Material von dpa-AFX)

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